Animal Climate Action

14. Februar 2017
von Karpfen
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Solidarische Grüße nach Graz

Animal Climate Action - System Change Not River Change

Seit 2009 bereits kämpfen unterschiedliche Menschen gegen das geplante Wasserkraftwerk in der Mur in Graz. Vor 5 Tagen wurde mit den Rodungen von über 16.000 Bäumen, die dem Kraftwerk weichen müssen, begonnen. Mit den Rodungen, die von der Bürgerinitiative „Rettet die Mur“ als illegal bewertet werden, hat auch der Widerstand ein neues Ausmaß erreicht. Demonstrationen am Bauzaun, Besetzungen von Bäumen und Baggern sowie die Errichtung eines Protestcamps auf einem Gebiet, was noch diesen Winter abgeholzt werden soll, um nur einige der Aktionen zu nennen. Bei den Räumungen und dem Versuch, das Bauvorhaben so schnell wie möglich durchzusetzen, kam es zu gewalttätigen Übergriffen von Seiten der Securities und Polizist*innen. Die Aktivist*innen ließen sich von der Repression nicht einschüchtern und bauten das Camp, nachdem es am Freitag geräumt wurde, am Samstag wieder auf. Bis zu diesem Zeitpunkt kam es zu keinem erneuten Räumungsversuch.

Das geplante Kraftwerk würde nur sehr wenig Energie produzieren und kostet vergleichsweise viel. Daher wird das 100 Millionen Euro teure Kraftwerk von dem Bündnis „System Change Not Climate Change“ als Symbol einer undemokratischen Green Economy bezeichnet. Ein teures Prestigeobjekt auf Kosten von Menschen, Tieren und der Natur. (Mehr zur Kritik von „System Change Not Climate Change“ findet ihr hier)

Wir wünschen den Aktivist*innen, die sich dieser kalten Tage gegen den Bau des Kraftwerks engagieren, alles Gute und viel Erfolg.

System Change Not River Change!

Mehr Infos zur Bürgerinitiative „rettet die Mur“ findet ihr hier:
rettetdiemur.at/

Mehr zur Besetzung findet ihr hier:
www.murcamp.at/blog/

7. Januar 2017
von Tina Tusch
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Vortragsreihe „Landwirtschaft – Krisenwirtschaft?“ in Berlin

landwirtschaft-krisenwirtschaftVom 9. bis 25. Januar organisieren drei Berliner Gruppen aus der Umwelt- und Tierbefreiungsszene eine Vortragsreihe, die problematische Aspekte der gegenwärtigen Landwirtschaft aufzeigt und Alternativen beleuchtet. Die Vortragsreihe setzt damit der zeitgleich jährlich stattfindenden Internationalen Grünen Woche – einer Werbe- und Propagandaveranstaltung der Agrarindustrie – etwas entgegen, heißt es in der Ankündigung von Grüne Woche demaskieren, Animal Uni und dem Umweltreferat des AStA der TU Berlin.

Animal Climate Action ist mit einem Vortrag zum Thema „Tierproduktion und Klimagerechtigkeit“ dabei.
Termin: 11.02.2016, 18 Uhr, Raum H 0110, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin.

Das ganze Programm der Vortragsreihe findet ihr hier: http://gruene-woche-demaskieren.de/termine/landwirtschaft-krisenwirtschaft/.

 

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29. Dezember 2016
von Siyah Yeşil
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Bierdeckelrechnung

Schäden in Höhe einer halben Million Euro Kosten verursacht der Klimawandel bei den deutschen Landwirten, hat der Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) herausgefunden. Das Problem besteht allerdings nicht im Klimawandel an sich, sondern in der Tatsache, dass sich bislang zu wenige deutsche Agrarbetriebe gegen klimabedingte Schäden versichert hätten. Und das wiederum läge an den hohen Steuern (19 %) auf derartige Versicherungen, welche auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft beeinträchtigten. All das berichtete agrar-heute am 9.12.16.

Man müsste lachen, wenn man nicht weinen müsste, wie es so schön heißt.

Fragen wir lieber mal, was die deutsche Landwirtschaft an Schäden anderswo in der Welt anrichtet. Eine Bierdeckel-Rechnung reicht dazu aus. Zunächst verursacht der Klimawandel geschätzt 400.000 Todesopfer im Jahr. Diese
Kosten können nicht in Geld ausgedrückt werden. Hinzu kommen geschätzt finanzielle Kosten in Höhe von 1,5 % der globalen Wirtschaftsleistung (eigentlich 1.6 %). Letztere setzen wir mit 70 Billionen Dollar an (eigentlich 73,99 Billionen). Deutschland machen wir für 2 % der globalen Emissionen verantwortlich (eigentlich sind es 2,4%). Der Landwirtschaft schlagen wir davon 10 % zu (in Wirklichkeit sind es mehr als 13 %.) Zusammengerechnet verursacht die deutsche Landwirtschaft pi mal Daumen jährlich:

10% von 2% von 1,5% von 70 Billionen Dollar = 2,1 Millarden Dollar ~ 2 Milliarden Euro an Schaden.

Die Rechnung ist in der Größenordnung richtig und dennoch irreführend: es ist nicht die Landwirtschaft an sich, sondern im wesentlichen die Tierproduktion, die diese Schäden verursacht. Diese machen wir für 70% der Kosten verantwortlich (wahrscheinlich sind es mehr). Dann sind wir bei fast 1,5 Milliarden Euro Klimaschäden jährlich, neben den über 800 toten Menschen, welche die deutsche Tierproduktion auf dem Gewissen hat, allein aufgrund der Treibhausgasemissionen.

Hinzu kommen nicht nur weitere aktuelle Umweltschäden und zukünftige Klimaschäden, die durch die aktuellen Emissionen verursacht werden, sondern auch millionenfaches Leid nichtmenschlicher Tiere in den Zucht-, Mast- und Schlachtanlagen der Tierproduktion.

 

20. Dezember 2016
von Karpfen
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Radiobeitrag im Anarchistischen Radio Wien: Tierbefreiung und Klimabewegung: “Wir haben sehr ähnliche Gegner_innen”

Am rande des Klimacamps in Österreich, was im Oktober diesen Jahres stattfand, wurde der Aktivist Karl interviewt. Er sprach u.a. über das Netzwerk Animal Climate Action, über die Notwendigkeit der gegenseitigen Solidarität sozialer Bewegungen und die Situation der Tireproduktion in Deutschland.

Am 11. Dezember wurde das Interview in einer Radiosendung der Basisgruppe Tierrechte im Anarchistischen Radio Wien ausgestrahlt.

Hier könnt ihr es nachören und downloaden:

http://www.a-radio.net/2016/2963

Ein Archiv der Radiosendungen der Basisgruppe Tierrechte findet ihr hier

Wir danken den Aktivist*innen der Basisgruppe Tierrechte für das Interview und den Radiobeitrag.

18. Dezember 2016
von Lina Stark
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Redebeitrag von Tierbefreiung Hamburg

Die Demo „Tierproduktion stoppen! Klima retten!“ am 12.11.2016 in Hannover wurde von über 30 Gruppen unterstützt, darunter auch der Gruppe Tierbefreiung Hamburg. Hier veröffentlichen wir ihren Redebeitrag zur Demo.

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Es ist ein Trauerspiel: Alljährlich treffen sich internationale Regierungsvertreter und -vertreterinnen zu irgendwelchen Klima-Gipfeln. “Zwei Grad” heißt die Losung: um zwei Grad dürfe die Temperatur bis 2050 im Vergleich zum sogenannten vorindustriellen Zeitalter noch steigen, um den Folgen des jetzt bereits offensichtlich werdenden Klimawandels noch Einhalt zu gebieten. Doch allen Erklärungen und Vereinbarungen zum Trotz, die klimaschädlichen Emissionen – allen voran Methan und Kohlendioxid – steigen… Und steigen… Und steigen!

Klimawandel und globale Tierproduktion

Etwa ein Fünftel des Ausstoßes von Treibhausgasen wird dabei durch die globale Tierproduktion verursacht. Neben dem Energiesektor und dem Verkehr heizen insbesondere die Futtermittelproduktion mit ihrem Kohlendioxid freisetzenden Landverbrauch und der Methanausstoß durch die Tierhaltung dem Klima im wahrsten Sinne des Wortes ein.

Die Tierhaltungsindustrie, die sich ab der kommenden Woche hier in Hannover zur Branchen- und Verbrauchermesse EuroTier trifft, weist derweil jede Verantwortung von sich, präsentiert Besucher*innen und Geldgeber*innen lieber die neuesten Produktionsanlagen und diskutiert hinter verschlossenen Türen, wie immer neue Märkte unterworfen werden können. Weiterlesen →

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6. Dezember 2016
von Lina Stark
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Demo-Redebeitrag von Robin Wood

Die Demo „Tierproduktion stoppen! Klima retten!“ am 12.11.2016 in Hannover wurde von über 30 Gruppen unterstützt, darunter auch der Organisation ROBIN WOOD. Hier veröffentlichen wir ihren Redebeitrag zur Demo.

Hallo alle zusammen,

ich freue mich sehr heute mit so vielen verschiedenen Gruppen auf dieser bunten Demo gegen die Euro Tier als Größte Tierproduktionsmesse Europas zu sein.

Ich bin sehr froh darüber, dass es nun seit einiger Zeit das Netzwerk Animal Climate Action gibt. Danke für die Organisation dieser Demo.

Bisher war das Klimathema in Deutschland sehr auf Braunkohle-Abbau und -Verstromung fokussiert. (Kohleabbau als größte CO2 Schleuder Europas. Es ist ein guter, eindeutiger Aufhänger um den Klimawandel fassbar zu machen. Doch natürlich nicht die einzige Ursache.) Es ist inspirierend, wie die Anti-Braunkohle-Bewegung wächst und sich nun mit anderen Kämpfen verbindet. Durch Animal Climate Action wird diese Verbindung praktisch gemacht.

Die Verbindung von Klimawandel und Tierproduktion zeigt auf, dass die Probleme größer sind als Einzelkämpfe. Auch die Lösungen sind vielfälltig. Wir müssen gemeinsam an ihnen arbeiten.

Robin Wood beschäftigt sich seit der Gründung in den 80er Jahren mit dem Thema Waldsterben und dessen verschiedenen Ursachen. Seitdem ist einiges passiert. Der Ausstoß von Stickoxiden aus Verkehr und Transport, ein damals wesentlicher Antreiber des Waldsterbens, ist dank neuer Technologien und besseren Filtersystemen stark reduziert worden. Doch grüne Technologien reichen nicht aus. Es sind immernoch 2/3 aller Bäume beschädigt.

Wir brauchen einen grundlegenden Wandel unserer Wirtschaftsweise. Wir brauchen einen grundlegenden Wandel im Umgang mit unserer Umwelt.

Doch was haben Robin Wood und das Thema Waldsterben nun mit Tierproduktion und Klimawandel zu tun?

Durch die Tierproduktion entstehen riesige Mengen an stickstoffhaltiger Gülle. Das Ökosystem kann die gigantischen Summen nicht mehr aufnehmen. Stickstoff gelangt in die Umwelt und schädigt Böden, Wälder, und unser Grundwasser. Die Hälfte aller Pflanzenarten auf der „Roten Liste“ sind wegen zu hoher Nährstoffeinträge vorm Aussterben bedroht. Hier in Deutschland werden die von der EU festgelegten Grenzwerte schon seit Jahren überschritten. Doch auch weltweit werden für die hier Tierproduktion wertvolle Wälder vernichtet. Vor allem im globalen Süden.

Ein ausschlaggebender Faktor ist der Anbau von Tierfutter auf Flächen, die sonst bewaldet bleiben würden. Und genau dieser Waldverlust beschleunigt den Klimawandel. An der Tierproduktion bereichern sich Wenige drastisch auf Kosten von Mensch und Umwelt. Sie ist wissenschaftlich bestätigt ungesund,
unethisch, unfair und führt zu einer langen Liste schwerster ökologischer Probleme.

Wir fordern jetzt und sofort:

  • Keine neuen Mastanlagen und Schlachthöfe
  • Kein Soja (und Palmöl) mehr im Tierfutter
  • Drastische Reduktion der Stickstoffeinträge, und starke Grenzwerte für Luftschadstoffe & Gewässerbelastung
  • Beendigung der Zusammenarbeit mit der EuroTier durch das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover

Wo sie ihre Zerstörung feiern wollen, müssen sie mit unserem Gegenwind rechnen!

marxismusundtierbefreiung

29. November 2016
von Lina Stark
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Redebeitrag vom Bündnis Marxismus und Tierbefreiung

Die Demo „Tierproduktion stoppen! Klima retten!“ am 12.11.2016 in Hannover wurde von über 30 Gruppen unterstützt, darunter auch dem Bündnis Marxismus und Tierbefreiung. Hier veröffentlichen wir ihren Redebeitrag zur Demo.

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen!

Die von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft organisierte „EuroTier“ ist die weltweit größte Messe für Tierhaltung und Tierzucht. Die „Leitmesse für Tierhaltungsprofis“, wie sie sich nennt, gibt sich den Anschein, es ginge ihr um tierfreundliche Ambitionen, man wolle „den Blick für das Tier nicht vernachlässigen“. Tatsächlich ist die „EuroTier“ eine Plattform global agierender Unternehmen – den Schwergewichten des Fleisch-Kapitals, das mit „Tierfreundlichkeit“ schlicht unvereinbar ist. Seine Akkumulationsstrategien sind vielmehr unweigerlich mit der systematischen Quälerei und Tötung von Tieren verbunden. Weiterlesen →

biovegan

28. November 2016
von Lina Stark
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Grußwort vom Bio-veganen Netzwerk

Die Demo „Tierproduktion stoppen! Klima retten!“ am 12.11.2016 in Hannover wurde von über 30 Gruppen unterstützt, darunter auch dem Biologisch-Veganen Netzwerk für Landwirtschaft und Gartenbau. Daniel Mettke, der beim Bund für Vegane Lebensweise das Netzwerk koordiniert, konnte leider persönlich nicht dabei sein, hat uns aber ein Grußwort geschickt, das wir auf der Demo verlesen haben und außerdem hier veröffentlichen.

Liebe Freundinnen und Freunde,

als Koordinator des Kreises Umwelt und des Bio-Veganen Netzwerks im Bund für Vegane Lebensweise möchte ich Euch sagen: eine andere, bio-vegane Landwirtschaft ist nötig und möglich.

Wie Ihr gestern vielleicht in den Nachrichten gehört habt, fährt die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nun doch mit einem deutschen Klimaschutzplan zum Klimagipfel nach Marrakesch. Aber fast kann man mit ihr Mitleid haben, denn von der ursprünglichen, ambitionierten Verbindlichkeit des Plans bezüglich der Ziele, die die Bundesrepublik anpeilen muss, um faktisch klimaneutral zu werden, war nach dem Veto von Kanzlerin und Wirtschaftsminister Gabriel offenbar so gut wie nichts mehr übrig.
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coalition-moracaine

26. November 2016
von Lina Stark
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Solierklärung Demo Marrakesch

Bei der Demo„Tierproduktion stoppen! Klima retten!“ am 12.11. in Hannover wurde von Animal Climate Action eine Solidaritäts-Erklärung verlesen, die wir hier veröffentlichen.

Solidarität mit der Demonstration für Klimagerechtigkeit am 7.11 in Marrakesch!

Seit dem 7. November tagt in Marrakesch, Marokko, die 22. UN-Klimakonferenz („Conference of Parties“, COP 22). Ein breites Bündnis zivilgesellschaftler Gruppen mobilisiert zu diesem Anlass für den 13.11 zu einer Demonstration für Klimagerechtigkeit. Die Demo beginnt um 14:00 Uhr am the El Harti-Stadion. Wie die meisten schon mitbekommen haben werden, ist die COP 22 begleitet von einer Welle von Protesten gegen die Wirtschaftspolitik des Landes und für politische Freiheiten.

Wir solidarisieren uns mit den Klimaprotesten in Marrakesch und den landesweiten Protesten gegen die marokkanische Monarchie! Auch wenn Gipfelproteste für die hiesige Klimabewegung nicht das geeignete Mittel sein mag, bewundern wir den Mut der marokkanischen Genoss*innen, unter notorisch repressiven Bedingungen die COP22 mit Protesten zu begleiten.
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24. November 2016
von Lina Stark
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Demo-Redebeitrag von Animal Climate Action

Bei der Demo„Tierproduktion stoppen! Klima retten!“ am 12.11. in Hannover hat Georg Kobiela von Animal Climate Action den ersten Redebeitrag gehalten, den wir hier veröffentlichen.

Gut, dass ihr alle da seid und etwas ins Licht rücken wollt, das (noch) so sehr ignoriert wird: Die Praktiken einer weltverweigernden Branche, die, ganz ähnlich wie die fossile Industrie, Obskurismus und Verschleierung betreibt. Hier bietet sich eine Gelegenheit, das zu adressieren.

Wir stehen hier für einen Kampf um Rechte, Bedürfnisse und Interessen aller Tiere – Das muss zugleich auch stets die Sorge um, und den Kampf für eine lebenswerte, gemeinsame Zukunft einschließen: Wenn wir unser aller Lebensgrundlage zerstören, ist auch kein gemeinsames gutes Leben möglich. Und die Schwächsten werden dabei stets zuerst leiden.

Klimagerechtigkeit und Gerechtigkeit gegenüber (Mit-)Tieren gehören zusammen!

Die Tierindustrie bzw. Tierproduktion einschließlich des dazu notwendigen Futtermittelanbaus (vor allem Soja, Mais und anderes Getreide) verursacht durch ihre Treibhausgasemissionen 14-20% des menschlich verursachten Treibhauseffekts (die gesamte Landwirtschaft verursacht ca. 25%). Dies sind zu großen Teilen die Verdauungsgase der Wiederkäuer, sowie die Emissionen durch Abholzung und Bodenzerstörung und damit einhergehende CO2-Freisetzung.

Über diese Effekte hinaus wird auch die Widerstandsfähigkeit, sozusagen die Puffer- und Heilungsmöglichkeit unseres Planeten sehr beschädigt. Die planetaren Grenzen die beschreiben, was dieser Planet aushält, bevor es zu einem dramatischen, systemischen Kollaps kommen kann, diese Grenzen drohen an vielen Stellen übertreten zu werden oder sind schon überschritten:

Die betrifft die Wälder und Meere als CO2-Senken, Fäkalien und ausgewaschener Kunstdünger zerstören den Stickstoffkreislauf, verursachen u.a. überdüngte, tote Meereszonen, der Süßwasserverbrauch hat längst kritische Ausmaße angenommen, Landverbrauch und Lebensraumzerstörung tragen zum drastisch ablaufenden Artensterben bei. Alle diese Schädigungen führen jeweils dazu, dass unser Planet auch in den jeweils anderen Aspekten weniger aushält und unser aller Lebensgrundlage dadurch verwundbarer wird.

Allein schon die Umstellung auf vegane Ernährung (noch ohne weitere, auch notwendige Schritte, wie ein ökoveganer Pflanzenanbau) bringt schon eine 2/3-Einsparung der gesamten für die Ernährung anfallenden Treibhausgase mit sich. Aus klimatologischer und ökologischer Sicht ist die ökovegane Landwirtschaft damit eine der besten Methoden, die uns überhaupt zur Verfügung stehen.

Ich werde jetzt und hier nicht so viel zu Grausamkeiten der Tierproduktion gegenüber fühlenden Mitwesen und das permanente Ausbeuten und Verletzen elementarster Bedürfnisse (und Rechte) sagen, ohne welche diese Produktionsweise auch gar nicht möglich wäre. Hierzu gibt’s zum Glück heute ja auch noch weitere Redebeiträge.

Ebenso behandeln natürlich auch Kleinbauern und indigene Gruppen oft ihre – von ihnen ausgebeuteten – Mitgeschöpfe grausam. Dennoch sind die Hauptaktuere tierindustrielle Großkonzerne, und unter diesen haben auch viele der gerade erwähnten Gruppen sehr zu leiden. Es stellen sich da also Gerechtigkeitsfragen auf vielen Ebenen, und ein sehr wichtiger Teil unserer Bestrebungen deckt sich also auch mit denen jener Gruppen.

Es vereint uns ein emanzipatorischer Ansatz, der sich gegen vielfältige Formen von Ausbeutung und Unterdrückung wendet.

Im konkreten Kontext: Ja, internationale Klimaverhandlungen sind ungeheuer wichtig. Und zugleich geht sehr vieles nicht weit und tief genug. Vieles entpuppt sich als Greenwashing. Aus dem gestern von unserer Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzplan 2050 sind alle Verweise auf Reduktion der „Tierbestände“ herausgestrichen worden. Und parallel zum großen Gipfel in Marrakesh findet hier in Hannover die EuroTier statt, die als die weltweit größte Leitmesse eben genau die zerstörerische Tierindustrie weiter ankurbelt.

Deutschland ist Exportweltmeister für Schweinefleisch und nach China Vize in der Gesamtproduktion.

Die Parole „System Change, not Climate Change“ bringt es deswegen auch auf die Tierindustrie bezogen gut auf den Punkt. Veränderung kommt fast immer „von unten“ zustande.

Die notwendigen Schritte:

  • nicht effizientere Fütterungsmethoden, sondern Abschaffung der landwirtschaftlichen Tierhaltung
  • nicht „einfach“ Vertrauen auf technische Lösungen, sondern tiefgreifende Verhaltens- und gesellschaftliche – und damit auch wirtschaftliche und politische! – Veränderung.

Solche Veränderung wird nicht von innerhalb, hier in diesem Fall nicht von innerhalb der EuroTier, kommen – solche Formate wie diese Messe sind in der Hinsicht nur schädlich.

Wir fordern darum:

  • Schnell und unmittelbar ein Ende der EuroTier
  • Als mittelfristiges Ziel ein Ende der industriellen Tierproduktion
  • Und insgesamt einen Übergang zu ökoveganer und solidarischer Landwirtschaft.

Vernetzt euch, erkennt und unterstützt das zusammengehörige, gemeinsame Ziel.