Animal Climate Action

7. April 2018
von Krabbe
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SAVE THE DATE: Climate & Justice Games Hannover 2018

 

+++ gern weiterverbreiten +++

Save the Date:

Climate & Justice Games 13.-17. November 2018

Aktionstage in Hannover während der EuroTier

Kernzeitraum mit Schlafplätzen, Küfa, EA, etc. ab 15.11.

Im Herbst 2018 plant Animal Climate Action (AniCA) zeitgleich mit der EuroTier Messe in Hannover die „Climate & Justice Games“. Wir wollen die Klima- und die Tierrechts-/ Tierbefreiungsbewegung sowie weitere linke Bewegungen einladen, in einem gemeinsamen Rahmen Aktionen gegen die Profiteure von Ausbeutung und Unterdrückung durchzuführen. Vorbilder sind die erfolgreichen Climate Games in Amsterdam und Basel. Die EuroTier Messe ist ein zentraler Schauplatz von Handel, Management und Wissenstransfer rund um die Tierproduktion.

Nähere Infos folgen.

Für Nachfragen und Kontakt wie immer:

kontakt@animal-climate-action.org.

Schreibt uns, wenn ihr mitorganisieren wollt. Nächstes Treffen: 26./27.05. in Berlin.

+++ Solidarität +++ Banner Drop +++ EuroTier Messe +++ Klimagerechti
gkeit +++ vernetzt +++ Agrarministerium +++ Go In +++Innenstadt +++
Bewegungen +++ VW +++ Lock On +++ Kleingruppen +++ Markieren +++ dez
entral +++ Ungehorsam +++ Hauptgewinn +++ www.bgr.bund.de +++ Aktion
stage +++ Spielfeld +++ Tierbefreiung +++ Aktionstraining +++ Kohlek
raftwerk +++ Theater +++ Ausländerbehörde +++ Stören +++ Blockade ++

2. Juni 2018
von Sperling
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Animal Climate Action & Friends bei den Climate Games in Wien

Heute haben Animal Climate Action und Freund*innen zwei Aktionen im Rahmen der Climate Games in Wien durchgeführt zum Thema Tierproduktion, die für knapp ein Fünftel der globalen Treibhausgasemission verantwortlich ist.

Wir haben zwei Unternehmen markiert, die aktiv zum Klimawandel beitragen und von der Ausbeutung von Tieren profitieren: Austrian Airlines am Flughafen Schwechat und die österreichische Raiffeisenorganisation mit Sitz in der Wiener Innenstadt.

Im Flughafen haben wir ein Zehn-Meter-Banner über das Terminal von Austrian Airline gehängt und lautstark sowie mit Flyern und Schnipseln auf den Transport von Küken durch die Airlines aufmerksam gemacht, der einen essentiellen Bestandteil für die arbeitsteilige kapitalistische Produktion von Tieren darstellt. Nach der erfolgreichen Aktion wurden die Personalien von mehreren Personen von der Polizei kontrolliert und einige dabei brutal zu Boden gedrückt.

Anschließend waren wir gemeinsam mit einigen Aktivist*innen von Nyeleni Österreich in der Wiener Innenstadt vor der österreichischen Raiffeisenorganisation, die 95 Prozent der österreichischen Milch verarbeitet und für den Export von Milchprodukten im Wert von mehr als 1,1 Milliarden Euro verantwortlich ist. Wir haben Passanten darüber informiert,dass die Produktion von Milchprodukten mit einem hohen Ausstoß von Treibhausgasen einhergeht, und dass insbesondere die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung maßgeblich zum Klimawandel durch die Tierproduktion beitragen.

 

Dass der Flugverkehr den Klimawandel anheizt und reduziert werden muss, ist vielen bewusst. Auch Airlines profitieren am Transport von Waren, insbesondere an der massenhaften Verschickung von Waren, die besonders schnell an einem anderen Ort sein müssen. Hierzu gehören Küken, die jährlich millionenfach um die Welt geflogen werden, damit diese in Zuchtanlagen marktgerechte Nachkommen für die Mast- und Eierindustrie bekommen. Das niederländische Agrarministerium teilte mit, dass 2017 fast 600.000 Küken über die Niederlande in die EU importiert wurden. Zielländer waren häufig Österreich und Polen. Im selben Jahr wurden 23 Millionen Puten- und Hühnerküken aus den Niederlanden per Flugzeug exportiert, in Deutschland waren es 2017 knapp 2 Millionen. Die Gründe für diese zentrale Rolle des Flugtransports sind, dass der globale Markt der Hühnerzucht von wenigen Konzernen beherrscht wird, da die Zuchtmethoden sehr komplex und sehr gehütet sind. Diese zumeist westlichen Unternehmen eignen sich dabei immer neue Märkte in Asien und Afrika an, gleichzeitig müssen Küken aufgrund von Tierschutzbestimmungen innerhalb von 60 Tagen an ihrem Zielort angekommen sein. Dies macht den Transport mit Flugzeugen notwendig. Zu den europäischen Fluggesellschaften, die ihre Frachträume für die Fleisch- und Eierkonzerne bereitstellen, gehören mitunter die Lufthansa AG, zu der auch die Austrian Airlines gehört.

Schluss mit den Tiertransporten in der Luft – Schluss mit jeglichen Tiertransporten! Beenden wir die klimaschädlichen Tiertransport-Flüge! Tierproduktion stoppen!

Die Tierproduktion trägt nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Gleichzeitig wird die Produktion erkauft mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der Zunahme multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt mit der Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.
Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!

Im Rahmen der Climate Games markieren wir Orte und Unternehmen der KlimaUNgerechtigkeit
und fordern System Change Not Climate Change!
www.climategames.at

 

Hier der Link zum Beitrag auf der Homepage von System Change Not Climate Change:

https://systemchange-not-climatechange.at/de/aktionsbericht-animal-climate-action-friends-bei-den-climate-games-in-wien/

31. Mai 2018
von Karpfen
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So wie es ist, bleibt es nicht! Aufruf zu den Harbour Games 2018

Am 23. Juni finden die Harbour Games in Hamburg statt. Mit dem Fahrrad werden hunderte Aktivist*innen diverser linker Bewegungen den Hamburger Hafen in einen Ort des Widerstands verwandeln. Ins Visier geraten dabei Kohlekraft, Atomenergie, Rüstungsexporte, Arbeitsbedingungen im Hafen und die Ausbeutung von Tieren.

Am Abend vor der Aktion wird es eine Veranstaltung geben, bei der es neben einem inhaltlichen Input zum Thema Hafen auch letzte Infos zur Aktion bekannt geben wird. insbesondere für Menschen, die von außerhalb anreisen wird es empfohlen bereits am Freitag nach Hamburg zu und zur Veranstaltung zu kommen.

Antikapitalistische Aktionsrallye am 23. Juni im Brennpunkt Hafen

Kohleumschlag, Agrarindustrie, Rüstungsschmieden, Atomtransporte, neokoloniale Dumpingexporte – dies sind nur einige der vielen verheerenden Facetten kapitalistischen Welthandels im Brennpunkt Hamburger Hafen. Der mit Abstand größte deutsche Überseehafen steht sinnbildlich für das global herrschende, zutiefst ungerechte System von Ausbeutung, Ausschluss, Enteignung und Zerstörung.

Was hier Konzernen und weiteren Akteur*innen Profite bringt, vernichtet an anderen Orten der Erde die Lebensgrundlagen von Menschen, treibt die weltweite Ungleichheit immer weiter voran und trägt so entscheidend zu Ursachen von Flucht und strukturell erzwungener Migration bei. Seien es die Verwüstungen durch den Einsatz von Rüstungsgütern in Kriegsgebieten, die ökonomische Unterwerfung und Festschreibung ganzer Weltregionen in Elend und Perspektivlosigkeit, die Vertreibungen durch z.B. Soja- und Palmölplantagen, Kohle-, Uran- und Erzabbau, oder die immer massiver werdenden Folgen des globalen Klimawandels.

Die internationalen Häfen sind allerdings nicht nur Knotenpunkte des globalen Kapitalismus, sondern können auch als verbindendes Element sozialer Kämpfe weltweit gesehen werden. Denn überall kämpfen Menschen für ein grundlegend anderes gesellschaftliches System, in dem Solidarität und Gerechtigkeit im Mittelpunkt stehen und nicht die Profitinteressen von Unternehmen und Konzernen.

Klar ist, die Überwindung des Kapitalismus kann weder durch Appelle an das moralische Gewissen von Konsument*innen noch durch Bitten an die Regierenden erreicht werden. Wir müssen uns als vielfältige politische Bewegungen nicht nur auf unsere jeweiligen Einzel-Baustellen beschränken, sondern gemeinsame Perspektiven und Strategien finden. Dazu gehört auch, das übergreifende ökonomische Gefüge der Verhältnisse zum Thema zu machen und entsprechende Aktionsformen zu entwickeln.

Wir, ein Bündnis von Hamburger Gruppen aus verschiedenen sozialen Bewegungen, wollen im Juni 2018 mit den Harbour Games Hamburg dorthin gehen, wo die herrschenden Zustände sich verdichten, wo Konzerne und weitere Akteur*innen an fortgesetzter Defacto-Kolonialisierung und Plünderung des globalen Südens, an desaströser Energiegewinnung durch Atom und Kohle, an Kriegen oder der Ausbeutung von Tieren und der Zerstörung der Natur verdienen. Wir werden den Ablauf der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie stören und ein Zeichen setzen: so, wie es ist, bleibt es nicht.

Rein in den Hafen, raus aus dem Kapitalismus!

Am Samstag, den 23. Juni wird es eine Aktionsrallye mit mehreren Kundgebungen und Aktionen im gesamten Hafengebiet geben. Wir bewegen uns auf Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln und werden an verschiedenen Orten für soziale und ökologische Gerechtigkeit demonstrieren und wichtige Akteur*innen im Hamburger Hafen kennenlernen.

Mehr Infos findet ihr hier:

https://harbour-games.nostate.net/aktionsrallye/

29. Mai 2018
von Karpfen
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AniCA beim Klimacamp in Österreich

Kommenden Donnerstag sind wir mit unseren Workshop “Tierproduktion und Klimagerechtigkeit” beim Klimacamp in Österreich.

Hier findet ihr neben ausführlichen Beschreibungen auch viele weitere Programmpunkte:
https://systemchange-not-climatechange.at/de/programm/

Auch möchten wir euch auf die Climate games die dieses Jahr zu Besuch beim Klimacamp sind aufmerksam machen.

Hoch die Hände: erstmals finden in Wien Climate Games statt! Nach Paris, Amsterdam und Basel sind die Klimaspiele in Österreich zu Gast. Sie sind ein Aktionsrahmen, in dem sich die blühende Klimabewegung von ihrer kreativsten Seite zeigt. Mit einem Potpourri aus Aktionen machen wir die Stellschrauben des sozial-ökologischen Wandels sichtbar. Klimagerechtigkeit ist nicht nur mehr als notwendig, sondern auch machbar! Ob Flashmob, Straßenkreide- oder Kletteraktion, seid einfallsreich und provokant. Auf dem Klimacamp kann in den Tagen davor gemeinsam und in entspannter Atmosphäre gebrainstormt, geplant, vorbereitet und geübt werden. Du kannst entweder selber Aktionen entwickeln oder dich einer anderen anschließen. Egal welches Thema oder Aktionslevel, für jeden wird etwas dabei sein! Gemeinsam markieren wir die Orte, an denen Klimawandel gemacht wird!

What do we want? Climate Justice*!

*Klimawandel trifft diejenige*n am stärksten, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Deshalb ist der Kampf für Klimagerechtigkeit auch als Kampf gegen Kapitalismus, Patriachat, Rassimus, Nationalismus, Militarismus, und die Ausbeutung von Tieren zu verstehen.

Mehr Informationen findet ihr hier:
https://climategames.at/beispiel-seite/de/beispiel-seite/

20. Mai 2018
von Krabbe
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Ende Gelände ruft zu Blockaden gegen die AfD auf

Ende Gelände, das Aktionsbündnis für Massenaktionen zivilen Ungehorsams gegen die klimaschädliche Braunkohle, ruft für den 27.5.2018 zu Blockaden gegen eine AfD-Kundgebung auf.

Wir veröffentlichen hier den Aufruf:

Am Sonntag, 27. Mai 2018 stellen wir uns gemeinsam und entschlossen den Anhänger*innen der AfD und deren Politik entgegen. Die Partei „Alternative für Deutschland“ versucht an diesem Tag, ihre menschenfeindlichen Positionen auf die Straßen Berlins zu tragen. Damit ihnen das nicht gelingt, ruft ein breites Bündnis unter dem Motto „Stoppt den Hass, stoppt die AfD“ zu Gegenprotesten und Blockaden auf. Hass und Hetze lassen wir keinen Raum – das wird weithin sichtbar sein! Das Aktionsbündnis Ende Gelände ruft dazu auf, an diesen Protesten teilzunehmen. Weil Klimagerechtigkeit und Antirassismus untrennbar sind, leisten wir nicht nur zivilen Ungehorsam gegen Kohle, sondern auch gegen Rassist*innen.

Als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung, setzt sich Ende Gelände für den sofortigen Kohleausstieg ein. Das ist ein erster Schritt, um die Klimakrise zu stoppen – viele weitere müssen folgen. Der AfD hingegen fehlt jedes Konzept, um globale Probleme wie den Klimawandel aufzuhalten. Das nationalistische Gedankengut, auf dem ihre Politik aufbaut, wird niemals angemessene Antworten auf Probleme finden, die nicht an Landesgrenzen Halt machen. Schlimmer noch: die AfD steht für eine ultra-neoliberale Politik, die den Klimawandel und dessen katastrophale Folgen sogar noch beschleunigen wird. Das Festhalten an fossilen Energieträgern, die Ausrichtung auf Wirtschaftsinteressen großer Konzerne, völkischer Nationalismus und das Berufen auf das Recht des Stärkeren – das alles sind nicht nur Hauptursachen der Klimazerstörung, sondern auch Grundpfeiler im AfD-Programm. Die AfD leugnet einfach, was sie nicht lösen kann und will. Laut ihrem Programm gibt es den Klimawandel nicht.

Dabei sind seine Auswirkungen jetzt schon spürbar. Der Klimawandel wird hierzulande und weltweit diejenigen am härtesten treffen, die unterdrückt und ausgegrenzt werden: People of Colour, Landarbeiter*innen, Menschen im globalen Süden, Menschen mit geringen Einkommen, und unter diesen vor allem die Frauen. Deshalb müssen wir gemeinsam mit all diesen Menschen Lösungen finden, um den Klimawandel zu stoppen und seine Folgen abzufedern. Das erfordert Solidarität, Weitsicht und Verständigung über Grenzen auf Landkarten und in unseren Köpfen hinweg.

Entschlossen stellen wir uns den Menschenfeinden und Klimaleugnern der AfD in den Weg. Gemeinsam werden wir mit allen auf die Straße gehen, die für eine bunte und vielfältige Gesellschaft, für Solidarität und Menschenrechte einstehen.*Zusammen kämpfen wir für eine Welt, in der alle ein gutes Leben haben – heute und über Generationen hinweg. Deshalb blockieren wir am 27. Mai die AfD!*

*Wir werden viele sein und wir wollen noch mehr werden. Dafür brauchen wir Dich! Komm am 27.05. nach Berlin und bring Deine Freund*innen, Tanten, Omas und Mitbewohner*innen mit!*

https://www.ende-gelaende.org/de/news/fuer-ein-klima-ohne-rassismus-blockieren-wir-die-afd/

16. April 2018
von Karpfen
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Großdemo: “Tierproduktion stoppen – Klima retten” am 19. Mai in Bremen

Zusammen mit der T-Zelle Bremen rufen wir von AniCA zu der Demonstration “Tierproduktion stoppen – Klima retten” auf.

Die Demo startet um 13.00 uhr auf dem historischen Marktplatz in Bremen.

Im Rahmen der Veranstaltung „T I E R L E I D – F R E I E S – B R E M E N“ versammeln sich seit 2015 die Bremer Tierschutz- und Tierrechtsvereinigungen auf dem historischen Markplatz, um über ihre Arbeit zu berichten und über herrschendes Tierleid aufzuklären.

Als Höhepunkt der Veranstaltung Uhr findet von 13:00 bis 14:00 Uhr eine Großdemonstration durch die Innenstadt statt. Start und Ziel des Demonstrationszuges ist der Bremer Marktplatz. Der Fokus der Großdemonstration ist dieses Jahr:

„Tierproduktion stoppen – Klima retten“.

Auf dem Marktplatz wird es neben vielen Informationsständen den ganzen Tag über Musikalisches und Kulinarisches vom Feinsten geben.

Mehr Informationen:
Web: http://www.t-zelle.net/gallery

28. Februar 2018
von Sperling
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Solidarität mit von Repression betroffenen Aktivist*innen – gegen Wiesenhof und seine Welt der industriellen Tierhaltung!

Mit einer Aktion in einem real-Supermarkt in Berlin solidarisieren wir uns mit den Aktivist*innen, die in diesen Tagen wegen Aktionen gegen Wiesenhof vor Gericht stehen.
Symbolisch sperrten wir das Wiesenhof-Wurstregal ab und stellten die verheimlichten Produktionsbedingungen mit Fotos bloß:
Die Aktion fand statt im Rahmen der dezentralen Aktions- und Solidaritätswoche vom 24.02. bis zum 03.03.2018;
Am 28. Februar stehen sieben Aktivist*innen in Straubing vor Gericht. Ihnen wird zur Last gelegt, sich im Februar 2016 an einer Besetzung der Baustelle der Wiesenhof-Schlachtfabrik in Bogen beteiligt zu haben. Die vorgeworfenen Straftaten lauten Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung
Am 14. Mai hat ein weiterer Aktivist vor dem Landgericht Verden seine Berufungsverhandlung. Vorgeworfen wird ihm, sich im August 2016 an einer Blockade der Wiesenhof-Schlachtfabrik in Holte beteiligt zu haben. 2017 wurde er in Nienburg wegen Nötigung zu 3 Monate Haft ohne Bewährung verurteilt; er war nicht vorbestraft. Das Urteil begründete Richter Förtsch u.a., indem er die Aktionsformen mit denen der SA (der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP) verglich. Dieses Urteil darf nicht stehenbleiben!



Siehe auch:

23. Februar 2018
von Karpfen
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Wir gegen Wiesenhof

Auch wir solidarisieren uns mit den angeklagten Tierbefreiungsaktivist*innen und haben folgende Solidaritätserklärung vom Bündnis Marxismus und Tierbefreiung unterzeichnet.

Wir gegen Wiesenhof

Solidarität mit den acht SchlachthofbesetzerInnen von Bogen und Wietzen-Holte

„Wer im Stich läßt seinesgleichen, läßt ja nur sich selbst im Stich.“
Bertolt Brecht

Ende Februar und Anfang Mai wird acht Tierbefreiungs- und TierrechtsaktivistInnen aus ganz Deutschland vor dem Amtsgericht im bayrischen Straubing und vor dem niedersächsischen Landgericht Verden der Prozess gemacht. Ihnen wird „Sachbeschädigung“, „Nötigung“ und „Hausfriedensbruch“ vorgeworfen.

Faktisch sitzen alle Acht aber nicht wegen der Bagatelldelikte auf der Anklagebank, die ihnen zur Last gelegt werden, sondern wegen ihres Protests und Widerstands gegen die kapitalistische Ausbeutung und Tötung von Tieren durch Deutschlands Geflügel-Schlachter Nummer eins: die PHW-Gruppe. Das niedersächsische Unternehmen ist in der Öffentlichkeit besser bekannt unter dem Namen Wiesenhof, eine der PHW-Tochtergesellschaften und das Flaggschiff des Firmenimperiums der Kapitalistenfamilie Wesjohann.

Blockaden und Besetzungen von Schlachtfabriken
Hintergrund der juristischen Verfahren sind zwei Aktionen des kollektiven zivilen Ungehorsams gegen den Wiesenhof-Konzern. Im Februar 2016 besetzen 30 TierbefreiungsaktivistInnen Baukräne und das Baubüro auf einer Baustelle in Bogen bei Straubing, verteilten Flyer und hängten Transparente auf. Dort sollte eine Hühnerschlachtfabrik wiederaufgebaut werden, die zuvor abgebrannt war. Sie ist Eigentum von Deutschlands führenden Geflügelfleischproduzenten. Sieben der 30 Beteiligten werden nun in Straubing dem Richter vorgeführt.

Im August 2016 wurde ebenfalls ein Schlachthof des Geflügelfleisch-Monopolisten im niedersächsischen Wietzen-Holte blockiert. Ein Aktivist nahm dabei auf einem LKW Platz und räumte ihn für mehrere Stunden nicht. Der Nienburger Amtsrichter Jan-Hauke Förtsch verurteilte ihn dafür zu drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Der Justizbeamte war der Auffassung, eine besonders drakonische Strafe verhängen zu müssen, weil der Angeklagte mutmaßlich „in der Unrechtstradition politischer Straßenkämpfer wie der SA“ gestanden habe, „derer Methoden er sich im Kern bedient hat“. Gegen dieses Urteil beginnt im Mai am Landgericht Verden die Berufungsverhandlung.

Respekt, Solidarität und Unterstützung
Wir können das Handeln unserer FreundInnen und GenossInnen gut verstehen. Unzählige Male standen Tierrechts- und TierbefreiungsaktivistInnen schon vor Unternehmenstoren, ignoranten Konzernchefs oder FilialleiterInnen, die nur ihre Profite im Kopf haben, und teilnahmslosen PassantInnen. Wir sagen ihnen immer wieder, dass uns die Produktion, Verkauf und Verzehr von Fleisch von Wiesenhof und anderen nicht passt. Unsere FreundInnen und GenossInnen haben sich vor diesem Hintergrund entschieden, dafür zu sorgen, dass zumindest an einigen Orten das Schlachten beendet wird; dass das, was ihnen und uns nicht passt, auch nicht mehr länger geschieht.

Dafür gebührt ihnen größter Respekt, unsere Solidarität und Unterstützung.
Das Nachtreten der Staatsapparate wirkt angesichts 240 Millionen geschlachteter Vögel und einem Umsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro im Jahr der PHW-Gruppe für das industrielle Töten wie der Marotte bornierter BürokratInnen. Doch Repression ist ein notwendiges Übel im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Tier. Das haben auch die Verfahren und Gesetzesverschärfungen der letzten Jahre in Westeuropa und den USA gezeigt. Es war also nichtanders zu erwarten. Gesetz und Ordnung sind überall und immer Gesetz und Ordnung derjenigen, welche den etablierten Gesellschaftsbau schützen. Sie treffen jene, die ihn in Frage stellen.

Deswegen sitzen zwar acht vor den Richtern, aber die Anklage gilt uns allen. Wir werden uns aber nicht vom juristischen Schmierentheater beirren lassen. In der Geschichte sind nie grundlegende Fortschritte ohne Widerstand und außergesetzliche Mittel gemacht worden, sofern die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Was sind besetzte Kräne, blockierte Zufahrtswege und ein paar Transparente gegen Elektrowasserbäder für Puten und Hühner oder vollautomatisierte Schlachtstraßen? Was ist die Blockade eines Schlachthofs gegen den Bau eines Schlachthofs?

ErstunterzeichnerInnen:

Animal Climate Action, Animal Uni Tierbefreiungsgruppe der Berliner Hochschulen, Assoziation Dämmerung, Berliner Tierbefreiungsaktion, Bündnis Marxismus und Tierbefreiung, die tierbefreier e.V., Kampagne gegen Tierfabriken, Offensive gegen die Pelzindustrie, Tierbefreiung Hamburg, Tierfabriken-Widerstand, Tierrechtsgruppe Zürich, Tierrechtsinitiative Hamburg

Weitere UnterzeichnerInnen:
Twelve Monkeys – Vegankrams, Dr Pogo Veganladenkollektiv, Tierbefreiungsoffensive Saar e.V., Tierrechtsgruppe Gießen, Gerborg Glanz, Anarchistische Tierbefreiungsoffensive Kiel, Tierrechtstreff Münster, …

Juristische Verfahren kosten Geld. Spendet auf folgendes Konto:
DE29 5139 0000 0092 8818 06VBMHDE5F
Volksbank Mittelhessen
Verwendungszweck: Kampagne gegen Tierfabriken (bitte unbedingt angeben)

Veröffentlicht wurde die Erklärung auf der Facebookseite vom Bündnis Marxismuns und Tierbefreiung