Animal Climate Action

19. März 2019
von Karpfen
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16. bis 22. September 2019: Klimacamp und Klima-Massenaktion gegen industrielle Landwirtschaft: Free The Soil, September 2019

Es scheint, als würde das Thema Landwirtschaft in der Klimabewegung endlich aus der Nische herauskommen. Free The Soil – eine vom dänischen Klima Kollektiv angestoßene Kampagne – hat verschiedene Akteure zusammengebracht, um eine ungehorsame Massenaktion für Klimagerechtigkeit und gegen industrielle Landwirtschaft auf den Weg zu bringen. Dadurch verbreitert sich der thematische Fokus der Klimabewegung – eine Entwicklung, die AniCA seit Beginn des Bestehens der Gruppe immer wieder gefordert hat.

Konkret soll im September 2019 eine wirklich große Industrieanlage zur Fertigung von chemischem Dünger des internationalen Konzerns Yara lahmgelegt werden! Durch die Abhängigkeit der Chemiedüngerproduktion von Erdgas (und potentiell Fracking-Gas) ist ein gut nachvollziehbarer taktischer Link zwischen Energiekämpfen und Agrarkämpfen geschaffen worden.

Da Chemiedünger auch wichtiges industrielles Input für Futtermittelproduktion darstellt, ergibt sich ein weiterer Link zu unserem Kampf gegen die Tierproduktion. Auch aus diesem Grund unterstützt AniCA die Kampagne Free The Soil.

Im Zusammenhang mit Free The Soil wird es darüber hinaus auch ein Klima- und Landwirtschaftscamp geben – eine gute Gelegenheit für uns, auf den Zusammenhang von Klima und Tierproduktion hinzuweisen und dem Thema Tierproduktion die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die es im Kontext von Klimagerechtigkeit und Landwirtschaft verdient.

Bei aller Solidarität mit Free The Soil haben wir allerdings auch eine Kritik: Aus unserer Sicht macht die Kampagne ein Narrativ über Klima und Landwirtschaft prominent, welches auf einer mangelhaften Analyse beruht: Problematisch an der modernen globalen Landwirtschaft sind aus unserer Sicht weniger der Einsatz von Technik und industriellen Methoden an sich als die kapitalistische Form der landwirtschaftlichen Warenproduktion. Wir wünschen uns eine radikale Kritik an einer globalen landwirtschaftlichen Produktion, in welcher die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur einen nicht übersehbaren Systemzwang darstellen. Anstelle romantischer Bilder einer vorindustriellen Produktion wünschen wir uns die gemeinsame Entwicklung einer konkreten Utopie, welche ohne Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Natur auskommt. Wir wenden uns schließlich auch dagegen, dass die in Expert*innenenkreisen unumstrittene Rolle der Tierproduktion für die Klimaschädlichkeit der Landwirtschaft aus taktischen oder opportunistischen Motiven unter den Tisch gekehrt wird. Kritik heißt für uns weder Spaltung noch Entsolidarisierung. Deshalb werden wir Free The Soil in jeder Hinsicht unterstützen und rufen alle unsere Freund*innen dazu auf, sich an dieser Aktion zu beteiligen und insbesondere auch zum Camp zu kommen. Wir sehen uns im September!

6. März 2019
von Möwe
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Offenes AniCA-Kennenlerntreffen am Mi 20.03. in Berlin

Tierproduktion verursacht einen signifikanten Anteil der weltweiten Treibhausgasemissionen. Sie be­ansprucht einen großen Teil der Landwirtschafts­flächen, trägt aber nur wenig zur Welternährung bei. Außerdem ist sie Mit­verursacherin diverser öko­logischer Probleme wie Regen­waldabholzung und Arten­sterben. Die Lebensbedingungen von “Nutz­tieren” sind grausam, und die Arbeitsbe­ding­ungen in Mastanlagen und Schlachtfabriken schlecht.

Genau hier kommt Animal Climate Action (AniCA) ins Spiel: Wir sind eine überregionale Gruppe, die sich mit den Zusammen­hängen von Klimawandel, Landwirtschaft und Tier­produktion auseinandersetzt.

  • Wir arbeiten inhaltlich zu Klimawandel, Landwirtschaft und Tierproduktion – und führen Workshops und Infoveranstaltungen durch.
  • Wir organisieren und beteiligen uns an politischen Aktionen – von angemeldeten Demos bis hin zu Aktionen des Zivilen Ungehorsam.
  • Wir vernetzen uns in der Klimagerechtigkeits-, der Tierbefreiungs- und der Landwirtschaftsbewegung.

 

Wenn du Lust hast, bei AniCA mitzuarbeiten, dann komm zu unserem offenen Kennenlerntreffen:

Wann: Mi, 20.03.2019 // 19 – 21 Uhr
Wo: Weltraum, Ratiborstr. 4, Kreuzberg

-> Wie arbeitet AniCA?

-> Was ist 2019 bereits geplant?

-> Was könnte ich konkret machen?

-> Kekse und Kneipe

21. Februar 2019
von Möwe
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Wurzeln im Asphalt – Vernetzungstag der Klimagerechtigkeitsbewegung in Berlin und Umgebung

Für alle Interessierten aus der Nähe Berlin: am 09. März findet ein Vernetzungstag der Klimagerechtigkeitsbewegung in Berlin und Umgebung statt – wir werden auch dabei sein!

 

Mehr Infos:

Hambi-Räumung, Pseudo-Kohleausstieg, Dieselskandal, kein Tempolimit und Flughafenerweiterungen – ein Blick in die Schlagzeilen verrät, dass wir von Klimagerechtigkeit weit entfernt sind. Aber nicht nur die Wut, sondern auch die Klimagerechtigkeitsbewegung wächst immer schneller. 50.000 Menschen strömten zum Hambi, mehrere Tausend besetzten die Hambachbahn und über 30.000 beteiligten sich am Klima-Schulstreik. In zahllosen Städten entstehen neue Gruppen, die mit vielfältigen Widerstandsformen aktiv werden.

Wie können wir in und um Berlin weitermachen? Welche Möglichkeiten eröffnen sich uns, in der Hauptstadt für Klimagerechtigkeit zu kämpfen? Welche Pläne schmiedet die Bewegung überhaupt gerade für 2019 und darüber hinaus?

Berliner* Klimagerechtigkeitsgruppen laden ein zum Vernetzungstag – egal ob ihr schon längst organisiert seid oder gerade aktiv werden wollt: Beim Vernetzungstag könnt ihr die Gruppen kennenlernen, erfahren was in nächster Zeit abgeht und spannende neue Projekte mitentwickeln!

 

Samstag, 9. März 2019 | 11-18 Uhr
Mehringhof, Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

 

Kontakt: klimavernetzungB@riseup.net

 

* Auch Gruppen aus Potsdam und Eberswalde sind Teil unserer Vernetzung! Wenn ihr eine Gruppe im Umland kennt oder eine gründen möchtet, meldet euch gerne und kommt dazu!

19. Februar 2019
von Möwe
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Save the Date – Aktionskonferenz gegen Tierproduktion vom 12.-14.07.2019

Umfangreiche Infos zur Aktionskonferenz hier: https://aktionskonferenz-tierproduktion.de

Anknüpfend an die Climate & Justice Games (www.climate-and-justice.games) zur EuroTier in Hannover möchten wir gemeinsam mit anderen Akteur*innen intersektionelle antikapitalistische Kämpfe gegen die Tierindustrie fortsetzen.

Wir wollen uns deshalb in diesem Jahr mit anderen Akteure*innen beratschlagen, um für das nächste Jahr – 2020 – eine große Mobilisierung für Proteste gegen Tierproduktion zu planen. Ob Massenaktion oder Aktionstage; ob Sitzblockaden von Futtermittelhäfen, kreativer Protest gegen die EuroTier, Besetzungen von Lobbyzentralen oder Störungen von Schlachtanlagen oder Molkereien – das wollen wir uns gemeinsam mit euch im Rahmen einer Aktionskonferenz überlegen!

Unsere Einladung gilt Initiativen und Einzelpersonen, die ein Interesse daran haben, sich den Machenschaften der Tierproduktion in den Weg zu stellen. Wir möchten Bürgerinitiativen, Aktivist*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung, der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung, Gewerkschaften und landwirtschaftspolitische Zusammenschlüsse einladen, mit uns gemeinsam die Tierproduktion empfindlich zu stören.

Wir wollen Schwung aufnehmen! Wir wollen uns verbünden! Wir wollen Tierproduktion direkt empfindlich treffen! Kommt zu unserer Aktionskonferenz und plant mit uns eine große Aktion im Jahr 2020!

Wenn ihr euch an der Organisation beteiligen wollt, meldet euch gerne schon jetzt.
Ein ausführlicher Aufruf folgt.

Zeit und Ort:

  • 12. – 14.07.2019 (Freitag – Sonntag)
  • Der Ort wird noch bekanntgegeben.

12. Dezember 2018
von Möwe
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By 2020 We Rise Up: Start der europaweiten Kampagne

Die europaweite Kampagne By 2020 We Rise Up ist am 08. Dezember gestartet. Sie hat zum Ziel, im Jahr 2020 einen kollektiven Massenaufstand für Klimagerechtigkeit und Systemwandel zu organisieren. Wir von Animal Climate Action unterstützen die Kampagne!

Infos zum Kampagnenstart:

Am 8. Dezember haben Aktivist*innen auf der ganzen Welt den Klima-Alarm ertönen lassen. Wir haben dieses Datum gewählt, um einen massenhaften Aufstand für Klimagerechtigkeit zu starten.

Während Extremwetterereignissen weltweit Verwüstungen anrichten und Politiker*innen und Konzerne auf der COP 24 in Katowice mit dem „busisness as usual“ weitermachen, haben wir keine Zeit zu verlieren. Es ist an uns, die Klimakrise zu lösen.

Das Jahr 2019 hindurch werden wir eine zunehmende Zahl von Menschen mobilisieren, die mit ihren Körpern die Maschinerie blockieren, die die Zerstörung verursacht. Wir werden unseren Protest an die Orte tragen, an denen Klimawandel gemacht wird; wir machen Aktionen gegen fossile Infrastruktur, gegen Unternehmen, gegen politische sowie finanzielle Institutionen, die die Ursache der Krise sind. Zusammen werden wir den radikalen Wandel einleiten, den unsere Gesellschaft braucht, um den katastrophalen Klimawandel aufzuhalten.

Beim Treffen des Climate Justice Action (CJA) Netzwerks in Ostrava, Tschechien (17.-19. November 2018) haben Gruppen aus ganz Europa beschlossen, ihre Kämpfe zu verbinden – gegen Gaspipelines, Kohleminen, Agrarindustrien, Flughafenausbau und soziale Ungerechtigkeiten.

Ab dem 8. Dezember werden wir uns gemeinsam erheben. Wir werden über das Jahr 2019 hinweg Anlauf nehmen, um im Jahr 2020 einen kollektiven Massenaufstand für Klimagerechtigkeit und Systemwandel zu organisieren.

#WeRise2020

Aufruf von By2020WeRiseUp

9. Dezember 2018
von schnabeltier
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Video zu den Climate & Justice Games

Endlich steht das Abschluss-Video bereit – mit Aufnahmen und Fotos von den vielfältigen Protesten und Aktionen, die während der Climate & Justice Games stattfanden.

Ihr könnt es hier angucken.

Die Berichterstattung zu den Games könnt ihr immer noch auf dem Blog nachlesen: https://climate-and-justice.games/

Außerdem möchten wir uns bei allen Unterstützer*innen und Aktivist*innen bedanken, die uns geholfen haben, diese intensive Woche zu rocken!

17. November 2018
von Möwe
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Gemeinsamer Kampf für Klimagerechtigkeit

Unsere Grußbotschaft zum Treffen des Netzwerks Climate Justice Action, das parallel zu unseren Climate & Justice Games in Tschechien stattfindet:

Today our solidarity goes out to the Climate Justice Action meeting in Ostrava, Czech Republic. If we weren’t organizing and participating in the Climate & Justice Games we would definitively be there too.

The Climate & Justice Games are an event for decentral actions protesting climate change and injustice. The occasion is the EuroTier – one of the biggest animal farming fairs in the world. This week we are aiming to remind everybody that animal production is one of the major factors for climate change and that both animal production and climate change are a bottomless cause for destruction and harm.

In the future we will carry on connecting the struggle for climate justice with the struggle against animal prduction. We are looking forward to engaging in the Turning the Tide campaign and are excited for the output of this week’s CJA-meeting.

We hope to see you soon: In climate camps, federal meetings, during protest or at the next Climate & Justice Games!

Standing united for grassroot climate movements all over the word!

Call for action: https://climate-and-justice.games/pages/infos-in-english/call-for-action/

17. November 2018
von Karpfen
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Vierter Aktionstag der Climate & Justice Games in Hannover: Blockade eines Messeeingangs, Kleister, Kreide und viele Aktionen in der Innenstadt

Der Freitag markierte den bisherigen Höhepunkt der Climate & Justice Games in Hannover

Eine Reihe von Aktionen fand über den Tag verteilt in der Innenstadt Hannover wie auch am Gelände der EuroTier-Messe statt.
Der Aktionstag begann mit einer Blockade-Aktion: 30 Umwelt- und Tierrechtsaktivist*innen blockierten mit einer Sitzblockade den nördlichen Eingang der EuroTier. Auf einem großen Banner war zu lesen: „Capitalism kills people, animals and our planet“.
Bericht und Bilder: https://climate-and-justice.games/blockadeaktion-vor-dem-messeeingang-nord/

Kurz danach fand eine weitere Protest-Aktion vor der EuroTier statt: Aktivist*innen von der Kampagne “Free the Soil” gaben, als YARA-Kunstdüngersäcke verkleidet, blaue Pillen aus, die den Klimawandel vergessen lassen sollten. Die Botschaft war klar: entweder wir glauben weiterhin an die Lügen und lassen die Agrarindustrie ihre “business-as-usual”-Strategie weiterführen, oder wir kämpfen gemeinsam, um YARA und die Kunstdüngerindustrie für Klimagerechtigkeit zu zerschlagen!
Bericht und Bilder: https://climate-and-justice.games/kampagne-free-the-soil-protestaktion-gegen-yara-an-der-eurotier-messe-de/

Unter dem Motto “Kleistern gegen Tierausbeutung und Klimawandel” demonstrierte eine weitere Gruppe von Aktivist*innen ihren Protest sichtbar für Besucher*innen mit Farbe und Plakaten auf den Wegen zur EuroTier!
Bericht und Bilder: https://climate-and-justice.games/kleistern-gegen-tierausbeutung-und-klimawandel/

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Am Mittag installierten Aktivist*innen um die Tierbefreier Bochum einen fiktiven Tatort in der Innenstadt Hannover, um auf die verantwortungslosen Praktiken in der Tierproduktion aufmerksam zu machen.

Über den Nachmittag hinweg fand in der Innenstadt eine Reihe von Aktionen für globale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Tierrechte statt.

Zunächst protestierten ca. 30 Aktivist*innen, eine*r davon als Kuh verkleidet, vor dem niedersächsischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft für einen Systemwechsel in der Landwirtschaftspolitik. Nach der Aktion kam es zu einem Zwischenfall mit der Polizei, die von Mitarbeiter*innen des Ministeriums gerufen wurde unter der Behauptung, dass es zu Sachbeschädigungen gekommen sei. Dabei hatte es die Polizei offensichtlich auf die Kuh abgesehen – Zitat von einer Polizist*in: “Alle, die hier sind, bleiben hier – insbesondere die Kuh!”. Der Vorwurf: die Kuh habe mit ihrem Euter Farbschmierereien verursacht. Nachdem die Polizist*innen einsehen mussten, dass das Malen mit Kreide den Tatbestand der Sachbeschädigung nicht erfüllt, ließen sie die Aktivist*innen weiterziehen.
Bericht und Bilder: https://climate-and-justice.games/aktivistinnen-protestieren-in-hannover-kreativ-f%C3%BCr-globale-gerechtigkeit-klimaschutz-und-tierrechte/

Im Anschluss daran führten die Aktivist*innen eine symbolische Schließung einer Primark-Filiale durch, um gegen die Ausbeutung und Umweltzerstörung durch die „fast-fashion“-Industrie zu protestieren.
Bericht und Bilder: https://climate-and-justice.games/der-wahre-preis-der-mode/

Außerdem stellten Aktivist*innen fest, dass bei Primark Ware massenweise falsch ausgezeichnet worden war. Weder die extremen Ausbeutungsverhältnisse in den Herstellerländern noch die Umweltkosten waren auf den Preisetiketten richtig angegeben. Kurz entschlossen halfen sie deshalb dem Personal bei der Korrektur dieses Fehlers. Wie sie das taten, könnt ihr diesem Video entnehmen: https://climate-and-justice.games/static/media/uploads/Primark.mp4

Zum Abschluss forderten Aktivist*innen mit Staubmasken ausgestattet am Niedersächsischen Verkehrsministerium eine Verkehrswende: Abkehr vom Flug- und Individualverkehr, und Stärkung des öffentlichen und des Radverkehrs sowie die kostenlose Nutzung des ÖPNV.

Neben den ganzen Aktionen fanden umfassende anlasslose Polizeikontrollen statt. Personalienkontrollen wurden durchgeführt, bei Nicht-Kooperation wurden Durchsuchung, Ingewahrsamnahmen und ED-Behandlungen angedroht. Zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen, eine davon erhielt von der Polizei eine miserable gewaltvolle Behandlung auf der Polizeiwache. Am Abend des Tages waren alle Personen freigelassen.
Einen Bericht findet ihr hier: https://climate-and-justice.games/bericht-von-gewahrsam-und-miserabler-gewaltvoller-behandlung-auf-polizeiwache/