Animal Climate Action

7. November 2017
von Sperling
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Bericht: Demonstration gegen Deutschen Verband Tiernahrung in Bonn

Unter dem Motto „Tierproduktion und ihre Lobby bei der COP23 stoppen! DVT: hört auf, den Klimawandel anzuheizen!” demonstrierten heute 25 Aktivist*innen in Bonn. Zu der Demonstration aufgerufen hatte das bundesweite Netzwerk Animal Climate Action gemeinsam mit der niederländischen Aktivist*innen-Gruppe ASEED.

Um 10.30 Uhr startete die Aktion mit eine Auftaktkundgebung auf dem Bahnhofplatz in Bonn-Beuel. Vor der Zentrale des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) wurde lautstark und mit Schildern und Transparenten auf die Klimaauswirkungen der Tierproduktion aufmerksam gemacht – und auf den großen Anteil, den die Futtermittelindustrie daran hat. Außerdem wurde vor Ort ein erster Redebeitrag gehalten und Informationsmaterialien an Passant*innen verteilt.

Gegen 11.30 Uhr zog der Demonstrationszug über die Kennedybrücke in Richtung der Bonner Innenstadt, mit Schildern, Transparenten und Sprechchören wie „Landraub, Ausbeutung, Erosion – stoppt, stoppt die Tierproduktion“. Anschließend führte die Route durch die Rheinaue zum UN-Campus, wo die COP23 tagt. Dort hielt ASEED einen weiteren Redebeitrag über die unzulänglichen Klimaschutzpläne der Regierungen weltweit. Auch die Rolle der Unternehmen, die auf Kosten des Klimas, der Umwelt und der Tiere Profite einstreichen, wurde beleuchtet.

Während der Demonstration kamen auch einige interessante Gespräche zwischen Aktivist*innen und Teilnehmer*innen der COP, etwa aus Nigeria und Indien, zustande.

Der Schlussabschnitt führte die Aktivist*innen zum Wissenschaftszentrum, einen der Veranstaltungsorte des alternativen Klimagipfels People’s Climate Summit, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.

Die Teilnehmerin Nayla B. berichtet: “Wir erklären uns solidarisch mit den Aktionen von Ende Gelände am vergangenen Wochenende im Hambacher Braunkohlerevier. Wenn wir den Klimawandel wirklich eindämmen wollen, müssen wir dorthin gehen, wo er entsteht – und die Verantwortlichen mit Protest konfrontieren. Die deutsche Tierproduktionsindustrie gehört zu den größten der Welt, daher kommt den im DVT organisierten Unternehmen eine zentrale Rolle zu.”

Der Demo-Teilnehmer Bo M. sagte außerdem: “Nachdem die COP jetzt bereits in das 23. Jahr geht, stehen substanzielle Fortschritte weiterhin aus. Von der Konferenz kann man nicht erwarten, dass dort die Weichen zur Eindämmung des Klimawandels gestellt werden, insbesondere da bestehende Produktions- und Eigentumsverhältnisse nicht verhandelt werden. Die Lächerlichkeit der COP zeigt sich für mich symbolisch an den Werbesprüchen entlang der mit Stacheldraht gesicherten Außengrenzen des Geländes: ‘Say cheese’ etwa ist ein sarkastischer Gag angesichts der enormen Auswirkungen der Tier- und insbesondere Milchproduktion auf das Klima.”

ASEED und Animal Climate Action

2. November 2017
von Karpfen
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Podiumsdiskussion: Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!

Als Auftaktveranstaltung für unser Aktionswochenende luden wir zu einer Podiumsdiskussion am 13.10.17 in Berlin-Neukölln ein. Mit der Veranstaltung wollten wir mit verschiedenen Aktuer*innen ins Gespräch kommen, um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Insbesondere wollten wir Chancen und Hürden möglicher Bündnisse ausloten und Ideen entwickeln, wie gemeinsame Aktionen aussehen könnten.

Das Podium des Abends setzte sich zusammen aus fünf Aktivist*innen:
– Tina Lutz, Referentin für Tropenwald bei Robin Wood
– Tobias Reichert, bei Germanwatch tätig zu den Themen Agrarpolitik und Welthandel
– Jens-Martin Rode, von der Kampagne “Stoppt den Megastall!” des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg
– Friederike Schmitz, als Vertreterin von der Tierrechtsgruppe Tierfabriken-Widerstand
– Georg Kobiela, wissenschaftlicher Unterstützer bei AniCA
Moderiert wurde die Diskussion von AniCA. Einige Stimmen, die wir uns für das Podium sehr gewünscht hätten, hatten zu dem angesetzten Termin keine Zeit – so z. B. Vertreter*innen kleinbäuerlicher Initiativen

In den gemütlichen Veranstaltungsraum des Cafés kamen etwa 30 Besucher*innen. Zunächst berichteten die Diskutant*innen davon, wie die Themen Futtermittelimporte sowie Tierproduktion und deren Auswirkungen auf das Klima in ihrer Arbeit eine Rolle spielen.

Georg von AniCA verdeutlichte, welche großen Auswirkungen die Tierproduktion auf das Klima hat: dass Tierproduktion einen signifikanten Anteil am menschengemachten Klimawandel hat, nicht nur wegen des direkten Treibhausgasausstoßes, sondern sehr wesentlich auch durch die Schädigung anderer Planetare Grenzen und den damit verbundenen Verlust von Treibhausgassenken und systemischer Widerstandsfähigkeit; und dass Landnutzungsänderungen u. a. für den Anbau von Futtermitteln und für Weiden etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Emissionen ausmachen. Vor diesem Hintergrund berichtete Tobias von German Watch darüber, dass die Tierproduktion noch kaum die Rolle in der globalen Klimapolitik spielt, die ihr eigentlich zukommen müsste.

Jens-Martin schilderte seine Erfahrungen mit direktem Kontakt mit Bürger*innen an Orten, an denen neue Massentierhaltungsanlagen geplant sind. Er führte aus, dass Menschen mit Aktionen an ihrem bisherigen Standpunkt abgeholt werden müssen, und dass in seiner Arbeit damit durchaus Erfolge möglich sind. Auch Tina von Robin Wood ging ein auf die Schwierigkeit, dass auf der einen Seite ein dringender und umfänglicher Handlungsbedarf besteht, auf der anderen Seite aber die Frage der Anschlussfähigkeit immer mit gedacht werden muss.

Demgegenüber stellte Friederike von Tierfabriken-Widerstand dar, wie wichtig es ist, auch weitreichende Forderungen stellen zu können, ohne die Anschlussfähigkeit an andere Akteure zu verlieren. So muss die Forderung nach einer kompletten Abschaffung der Tierproduktion angebracht sein, auch wenn klar ist, dass ein langer Weg dahin führt. Es ist schade, wenn aus vermeintlichem Realismus teilweise sehr schwache Forderungen gestellt werden, die einen wirklichen Fortschritt zum Teil sogar gefährden können.

In die Selbe Richtung ging eine Stellungnahme aus dem Publikum gegen Ende der Veranstaltung: eine Aktivistin, die sich selbst im Braunkohlewiderstand verortet, schilderte die von der ganzen Bewegung getragene, selbstverständliche Forderungen nach einem vollständigen Ausstieg aus der Kohlekraft. Sie stellte die offene Frage in den Raum, warum ähnlich weitreichende Forderungen in Bezug auf die Tierproduktion einem allgemeinen Tabu zu unterliegen scheinen.

Ein weiterer Punkt, der in mehreren Beiträgen aus dem Publikum heraus eingebracht wurde, waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Zwänge, denen insbesondere mittelständische Bäuer*innen unterliegen. Von dort aus wurde der Bogen geschlagen zur Diskussion um eine Neuausrichtung der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung als Vorbedingung für Klimaschutz und Abkehr von der Tierproduktion.

Abschließend zeigte die Diskussion, dass die Relevanz der Tierproduktion und von Futtermittelimporten auf das Klima zwar bereits bei vielen Akteur*innen der Bewegung angekommen ist und auch schon gemeinsame Aktionen stattfanden, unterschiedliche Stand- und Schwerpunkte jedoch eine weitergehende kontinuierliche gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema erfordern.

1. November 2017
von Karpfen
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7. November 2017: Kundgebung und Demonstration in Bonn

10.00 Uhr vor dem Sitz des Deutschen Verbandes für Tiernahrung e.V. (DVT) (Beueler Bahnhofsplatz Nr. 18, Bonn-Beuel)

Regierungsvertreter*innen aus fast allen Ländern der Welt kommen in Bonn zusammen, um darüber beraten, wie sie den Klimawandel eindämmen wollen. Gleichzeitig befinden sich in unmittelbarer Nähe konkrete Akteure, die auf Kosten des Klimas Profite erwirtschaften und viel dafür tun, dass das auch so bleibt.

Mit einer Kundgebung vor dem Sitz und Büro des DVT wollen wir einen dieser Akteure markieren und ihn mit unseren Protest konfrontieren. Anschließend wollen wir in Form einer Demonstration auf die fatalen Auswirkungen des Anbaus von Futtermitteln aufmerksam machen und gemeinsam zu der Veranstaltung “Der Kampf um Rechte für Migrant*innen im Kontext der Klimakrise” des People‘s Climate Summits im Wissenschaftszentrum laufen.

Die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung in der Tierproduktion trägt maßgeblich zum Klimawandel bei.
Der DVT ist mit seinen 280 Mitgliedsunternehmen, die rund 80 % des Futtermittelmarktes in Deutschland repräsentieren, die größte Interessenvertretung der Futtermittelbranche in Deutschland. Zu seinen Mitgliedern gehören Unternehmensgrößen wie mehrere Tochterunternehmen von Agravis, BASF, Habema und MEGA Tierernährung (ein Tochterunternehmen der PHW-Gruppe, Marke Wiesenhof), sowie internationel Unternehmen wie Cargill (USA), ForFarmers (Niederlande) und Provimi (ursprünglich Niederlande, inzwischen ein Teil von Cargill).

Auf ihrer Webseite beschreiben sie ihre Aufgaben wie folgt:
„[…] wir [beraten und unterstützen] die Mitglieder in fachlichen Fragen. Als Mittler zwischen der Futterwirtschaft und der Land- und Ernährungswirtschaft, der Politik, den Medien sowie anderen Wirtschaftszweigen, den Behörden und der Wissenschaft sowie der Öffentlichkeit ist der Deutsche Verband Tiernahrung die zentrale Schnittstelle in Sachen Futtermittel.“

Da sie die Interessen eines Wirtschaftsbereichs vertreten, in dem viel Geld mit der Zerstörung der Natur und des Klimas gemacht wird, haben sie selbstredend kein Interesse daran, dass der Klimawandel ernsthaft aufgehalten wird.
Unter der Rubrik „Futterfragen“ weichen sie der Frage des Klimaschutzes mehr oder weniger geschickt aus. So versprechen sie lediglich sehr unkonkrete Verbesserungen wie eine effizientere Zusammensetzung des Futters, so dass „weniger Futter für mehr Leistung“ benötigt wird, die Forschung von Futter, welches den Methanausstoß verringern soll, und Energieeinsparung bei der Futtermittelherstellung. Andere Missstände wie mangelhafte Arbeitsbedingungen und die Vertreibung von Bäuer*innen, Regenwaldrodungen, Artensterben und Überfischung der Meere werden erst gar nicht erwähnt.
Der DVT ist ein wichtiger Akteur, um das Bestehen und die Expansion der Tierfutterindustrie zu sichern und die dafür erforderlichen Bedingungen politisch durchzusetzen. Wirksame Klimaschutzpläne stehen ihren Interessen dabei entgegen.

Futtermittel und Tierproduktion

Die globale Landwirtschaft ist für ein Fünftel bis ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zusätzlich hat die Landwirtschaft auch vielfältige Auswirkungen auf weitere planetare Grenzen wie z. B. die Landnutzung, die Biodiversität und den Stickstoffkreislauf. Diese Auswirkungen führen auch dazu, dass der Klimawandel dramatischer ausfällt und seine Folgen schwerer abzufedern sind.

Einen großen Anteil an diesen Folgen der Landwirtschaft hat die Tierproduktion – und dabei spielt die damit verbundene Futtermittelherstellung eine der Hauptrollen. Im Vergleich dazu trägt die Tierproduktion nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Erkauft wird die Produktion mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der immer weitgehenderen Erzeugung multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

Futtermittel als Teil des Problems

Futtermittel stellen eine zentrale Ursache dieser Probleme dar. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Weidehaltung zunehmend durch intensive Tierhaltung ersetzt. Es entstanden viele Großbetriebe, die eine große Anzahl an Tieren auf geringem Raum konzentrieren. In der Regel sind dort keine ausreichenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Erzeugung der dafür benötigten Futtermittel vorhanden, daher wird auch von „landloser Tierproduktion“ gesprochen.

Verschwendung aufgrund von Verfütterung

Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Vor diesem Hintergrund stellt Tierproduktion eine verschwenderische Nahrungsmittelproduktion dar.

Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.

Auch hinsichtlich des Wasserverbrauchs stellen Futtermittel eine krasse Verschwendung dar. Für die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden vor allem für Futtermittel durchschnittlich 16.500 Liter Wasser, für ein Kilogramm Schweinefleisch oder Käse 5.000 Liter verbraucht. Im Vergleich entfallen zum Beispiel auf ein Kilogramm Sojabohnen rund 2500 Liter Wasser und auf ein Kilogramm Kartoffeln 130 Liter.

Futtermittelimporte

Im Zuge der Globalisierung werden auch Futtermittel über immer weitere Strecken und in größeren Mengen gehandelt. Ein Großteil des in Europa verfütterten eiweißreichen Futtermittels stammt gegenwärtig aus Lateinamerika. Dort sind eine Vielzahl von Problemen mit der Produktion verbunden. Für die stetige Erweiterung der Anbauflächen werden oft große Flächen Regenwald gerodet – mit langfristigen negativen Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Landschaft. Gleichzeitig werden die Futtermittel oft in Monokulturen und unter zum Teil massivem Einsatz genmanipulierter Saaten und von Pestiziden angebaut. Viele vormals relativ nachhaltig wirtschaftende Kleinbäuer*innen werden durch die aggressive Expansion der Produzenten ihrer Lebensgrundlage beraubt, und die Arbeiter*innen beim Futtermittelanbau leiden in vielen Fällen unter prekären Bedingungen.

Des Weiteren entsteht dort, wo die importierten Futtermittel verfüttert werden, oft ein Überschuss an nährstoffreicher Gülle, was in einigen Gebieten zu einem übermäßigem Nährstoffeintrag (Eutrophierung) führt. In Folge dessen kommt es zu negativen Auswirkungen für die Biodiversität, die CO2-Aufnahmefähigkeit von Gewässern und auch für die menschliche Trinkwasserversorgung.
Um ihrer negativen öffentlichen Wahrnehmung etwas entgegenzusetzen, ließ sich die Futtermittelindustrie einige Label einfallen, wie etwa „GMP+“, „Runder Tisch für verantwortliches Soja“ oder „Globaler runder Tisch für nachhaltiges Rindfleisch“. All diese Initiativen bewirken bestenfalls marginale Verbesserungen, während sie den Unternehmen hauptsächlich dazu dienen, ihre inhärent schädlichen Aktivitäten schönzureden und das Geschäftsmodell der Industrie zu sichern.

Fischmehl

Fischmehl, das heißt getrocknete und gemahlene Teile von Fischen, stellt eine weitere Form von Futtermittel dar, welches überwiegend in der Aquakultur sowie in der Schweine- und Hühnermast als Beimischung verwendet wird. Verklärend wird vonseiten der produzierenden Unternehmen oft behauptet, dass Fischmehl lediglich aus Beifang hergestellt werde. Doch gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich die Fischmehlproduktion zu einem neuen Zweig der Hochseefischerei entwickelt, so dass bestimmte Fischarten ausschließlich für die Produktion von Fischmehl gefangen werden. Die Produktion von Fischmehl ist damit eine zentrale Ursache für die Ausrottung einzelner Fischarten und die Überfischung einiger Meeresgegenden.

Ähnlich wie beim Import von Soja sind auch die Hauptlieferanten von Fischmehl lateinamerikanische Länder. Die Verarbeitung von Fischmehl hat dort katastrophale Folgen für Menschen und Umwelt. So wird regelmäßig publik, dass mit Chemikalien versetzte Abfälle aus Fischmehlfabriken ungefiltert ins Meer geleitet werden. Zusätzlich leiden Anwohner*innen an Haut- und Atemwegserkrankungen, da der bei der Verarbeitung entstehende Fischmehlstaub in den Fabriken verbrannt wird.

ASEED, Animal Climate Action and Friends

27. Oktober 2017
von Karpfen
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Ein „grotesker“ Prozess? Wälder nicht verwursten!

Solidarische Grüße an die beiden angeklagten Umweltaktivisten!

Via Robin Wood

Es war ein turbulenter Prozesstag. Nachdem Zeugen bestätigten, dass nach ihrem Wissen keine Sachbeschädigung vorliegt, konstatierte der Richter abschließend: „Vor diesem Hintergrund mutet es [das Verfahren, Anm. der Autorin]… ich will nicht sagen grotesk, aber merkwürdig an. […] Wenn ich den Stand heute nehme ist dieses Verfahren, ich will nicht sagen überflüssig, aber es ist nahe dran“.

Trotzdem wurde der Prozess letztendlich nicht eingestellt und ein weiterer Verhandlungstag für den 14.11. um 14:00 angesetzt.

Worum ging es bei dem heutigen Prozess eigentlich? Weiterlesen →

24. Oktober 2017
von Karpfen
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Aktionen anlässlich des Klimagipfels in Bonn

Vom 6. bis 17. November findet in Bonn die Weltklimakonferenz statt.

Viele NGOs und Graswurzelgruppen nehmen das zum Anlass um auf die Straße und in die Kohlegruben zu gehen.

Am Samstag den 4. November findet eine Großdemonstration mit dem Motto “Klima schützen! Kohle stoppen!” in der Innenstadt von Bonn statt.

Mehr dazu findet ihr hier

Am 5. November wird es spannend bei Ende Gelände …

Mehr dazu findet ihr hier

Von Freund*innen wurden wir gefragt ob wir nicht auch eine gemeinsame Aktionen machen wollen. Kurzentschlossen planen wir für den 7. November Protest vor der größten Interessensvertretung der Futtermittelbranche in Deutschland – DVT Deutscher Verband Tiernahrung e.V. in Bonn. Weitere Infos werden folgen …

Am Samstag den 11. November gibt es eine weitere Großdemonstration mit dem Motto “Schluss mit dem faulen Zauber – Wir treiben die bösen Geister des Klimawandels aus” in Bonn.

Mehr Infos findet ihr hier

23. Oktober 2017
von Sperling
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Workshop auf dem Alternativen Klimagipfel in Bonn

Am Montag, 06.11., halten wir einen Workshop mit dem Titel “Tierproduktion stoppen, Klima retten!” auf dem Alternativen Klimagipfel “People’s Climate Summits” in Bonn. Der Workshop findet statt von 09:30-12:00 Uhr im Wissenschaftszentrum Bonn (Ahrstraße 45).

Hier folgt die Beschreibung unseres Workshops:

Tierproduktion stoppen, Klima retten!

Die globale Landwirtschaft ist für bis zu ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und hat zusätzlich auch vielfältige Auswirkungen auf weitere planetare Grenzen wie die Landnutzung, die Biodiversität und den Stickstoffkreislauf. Das führt auch dazu, dass der Klimawandel dramatischer ausfällt und seine Folgen schwerer abzufedern sind. Einen großen Anteil daran hat die Tierproduktion, während sie jedoch nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung beiträgt und vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugutekommt. Erkauft wird die Produktion mit der Verwüstung ganzer Landstriche, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

 

Ausschnitt des Aufrufs des People’s Climate Summits:

Klimagerechtigkeit braucht uns alle. Auch dich.

Im November 2017 werden Tausende Delegierte und Klimabewegte aus der ganzen Welt zur 23. Weltklimakonferenz (COP23) nach Bonn kommen. Die Präsidentschaft der COP23 liegt bei Fidschi, einem Inselstaat, der durch den Klimawandel massiv bedroht ist. Technischer Gastgeber der Konferenz ist Deutschland, dessen klimapolitische Doppelzüngigkeit immer heftiger in die Kritik gerät: Es nutzt mehr Braunkohle als jedes andere Land der Welt und seit 1990 sind die Emissionen im Straßenverkehr nicht gesunken. Eine einzigartige Gelegenheit, unsere Stimmen für Klimagerechtigkeit stark zu machen! Wir laden Dich daher herzlich ein, vom 3. bis zum 7. November zum People’s Climate Summit nach Bonn zu kommen.

Der People’s Climate Summit soll ein Ort der Begegnung und Inspiration sein. Hier kommen Menschen aus vielfältigen Bewegungen zusammen, um sich zu vernetzen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken.

[…]

Ausführlicher Aufruf: https://pcs2017.org/de/aufruf/

14. Oktober 2017
von Sperling
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Pressemitteilung “Demonstration gegen Agravis-Futtermittelwerk in Fürstenwalde”

Samstag, 14.10.2017
Demonstration gegen Agravis-Futtermittelwerk in Fürstenwalde

Klima-Aktivist*innen demonstrierten gegen die Erweiterungspläne des Futtermittelkonzerns in Fürstenwalde.

Foto von der Demo gegen das Futtermittelwerk von Agravis in Fürstenwalde (© Free Perspective)

Demo gegen das Futtermittelwerk von Agravis in Fürstenwalde (© Free Perspective)

 

Unter dem Motto „Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!“ demonstrierten heute etwa 40 Aktivist*innen in Fürstenwalde. Im Anschluss kam es zu einer symbolischen Sitzblockade eines der Haupttore vom Agravis-Werk. Zu der Demonstration aufgerufen hat das überregionale Netzwerk Animal Climate Action.

Um 10.30 Uhr startete die Aktion mit einen Infostand der Gruppe „Tierfabriken Widerstand“ auf dem Marktplatz von Fürstenwalde, es wurden Flyer verteilt und Gespräche mit Passant*innen geführt. Gegen 11.30 Uhr versammelten sich die Demonstrant*innen auf dem zentralen Platz und hörten dem ersten Redebeitrag zu. Ein Redner des Netzwerkes Animal Climate Action kritisierte die Tierproduktion und die damit einhergehenden Futtermittelimporte sowie ihren Beitrag zum Klimawandel.

Anschließend zog der Demonstrationszug mit Schildern, Transparenten und Sprechchören wie „Landraub, Ausbeutung, Erosion – stoppt, stoppt die Tierproduktion“ durch die Straßen von Fürstenwalde bis ins Industriegebiet, wo sich das Futtermittelwerk von Agravis befindet. Hier folgten weitere Beiträge, die den geplanten Ausbau, die Machtkonzentration von Agrarunternehmen, das Leid der Tiere und die Notwendigkeit von direkten und entschlossenen Aktionen thematisierten.

Um die Dringlichkeit der Thematik zu unterstreichen und direkten zivilen Ungehorsam als eine mögliche Aktionsform zu erproben, besetzten einige Aktivist*innen kurzentschlossen einen der Zufahrtswege und blockierten das Werk somit symbolisch.

„Eine mögliche Blockade des Futtermittelwerks, wie wir es heute symbolisch durchgeführt haben, knüpft sowohl an ähnliche vorangegangene Proteste der Tierbefreiungsbewegung als auch der Klimabewegung gegen Braunkohle an. Um den Klimawandel zu stoppen, werden Demonstrationen und Petitionen alleine leider nicht ausreichen. Wir müssen den verantwortlichen Akteuren deutlich machen, dass wir auch zu direkten Eingriffen in Produktionsprozesse bereit sind, um zu verhindern, dass sie weiterhin unser aller Lebensgrundlage zerstören und ausplündern. Das war erst der Anfang!“ kommentierte Tina S.

„Mit der Demonstration konnten wir in Fürstenwalde und darüber hinaus ein sichtbares Zeichen gegen Tierproduktion im Allgemeinen und Futtermittel im Besonderen setzen. Wir haben gute und wichtige Gespräche mit Passant*innen sowie Anwohner*innen geführt und uns untereinander vernetzt. Wir konnten einem konkreten Profiteur des Klimawandels deutlich machen, dass wir seine Ausbaupläne nicht unwidersprochen hinnehmen. Unterm Strich ein erfolgreicher Tag.“ bewertete Marcel H. die Demonstration.

Zur Gruppe Animal Climate Action (AniCA):
Animal Climate Action (AniCA) ist ein Netzwerk aus Einzelpersonen und Gruppen aus der Klima- und der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung mit dem Ziel, den Zusammenhang von Klimawandel und Tierproduktion in beiden Bewegungen und in der darüber hinaus gehenden Öffentlichkeit nachdrücklich in den Blickpunkt zu rücken. Wir sind aus klima- und umweltpolitischen sowie aus tierethischen Gründen gegen Tierproduktion und für eine solidarische öko-vegane Landwirtschaft.

Liebe Grüße
Animal Climate Action

25. September 2017
von Karpfen
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Skandalurteil aus Nienburg: Ziviler Ungehorsam in der Unrechtstradition der SA?

Auch wir vom Netzwerk Animal Climate Action solidarisieren uns mit den Tierrechtsaktivisten, der in Nienburg zu 3 Monate Haft verurteilt wurde. Zudem verurteilen wir aufs schärfste den SA Vergleich von Richter Jan-Hauke Förtsch. Die Blockade einer Schlachtfabrik mit den verbrechen der SA (Sturmapteilung) zu vergleichen ist eine Verhöhnung aller Menschen die den Terror der SA nicht überlebt haben.

VIA Kampagne gegen Tierfabriken

Am 30ten Januar 1933 marschierten viele Fackeln durch das Brandenburger Tor und bejubelten die Machtergreifung Hitlers, zu der die Fackelträger selbst mit beigetragen haben. Die Sturmabteilung (SA) der NSDAP feiert an diesem Januartag mit ihren Fackeln den Nationalsozialismus. Mit brutaler Gewalt hatten die faschistischen Schläger der SA unzählige Menschen verfolgt, gefoltert und ermordet und mit diesem Terror so zum Aufbau des Nationalsozialismus beigetragen, der in den Jahren seiner Gewaltherrschaft Millionen von Menschen in den Tod schicke.

Am 02ten August 2016 blockierten rund 30 Umwelt- und Tierbefreiungsaktivist*innen die Wiesenhof-Schlachtfabrik in Wietzen-Holte, um mit dieser Aktion des Zivilen Ungehorsams auf die in Bezug auf Tiere,Natur und Menschen ausbeuterische Geschäftspraxis des PHW-Konzerns (Marke Wiesenhof) aufmerksam zu machen und direkt in den gewaltvollen Betriebsablauf der Fabrik einzugreifen. Ein Aktivist wurde deshalb am 17ten August 2017 vom Amtsgericht Nienburg mit aller Schärfe der Justiz zu drei Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Ein ungewöhnlich hartes Urteil für einen bislang nicht vorbestraften Aktivisten, der lediglich den Fahrer eines LKWs an der Weiterfahrt gehindert haben soll, in dem er auf dem LKW-Dach saß und sich die „durch seine eigene Masse vermittelte Schwerkraft und die daraus resultierende Reibung auf der Oberfläche als eigene körperliche Kraftentfaltung zu Nutze gemacht hat“ (Zitat aus dem Urteil).

Woher diese Schärfe kommt und was das mit den Verbrechen der Nationalsozialisten zu tun hat, versucht Amtsrichter Förtsch in seiner verfassten Urteilsbegründung, die uns vorliegt, zu erläutern. Jan-Hauke Förtsch begründete sein hartes Urteil völlig ungeniert mit fragwürdigen und unerträglichen Aussagen. Umsäumt von persönlichen Angriffen gegen den damals angeklagten Aktivisten, der in Förtschs Urteilsschreiben als „verbohrt und engstirnig“ betitelt wird, münden seine Ausführungen in einem Nazivergleich der besonders geschmacklosen Art. Weiterlesen →

6. September 2017
von Karpfen
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Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!

13. Oktober 2017: Podiumsdiskussion in Berlin: 20 Uhr, Café Fincan, Altenbraker Str. 26, Neukölln – Mit Georg Kobiela (Animal Climate Action), Tina Lutz (Robin Wood), Tobias Reichert (Germanwatch), Jens-Martin Rode (BUND), Friederike Schmitz (Tierfabriken-Widerstand), Moderation: Frederic Markert (Animal Climate Action)

14. Oktober 2017: Demonstration in Fürstenwalde: Treffpunkt 11:30 Uhr, Am Markt, Fürstenwalde (Zugtreffpunkt Berlin: 10:15 Uhr, Alexanderplatz, Gleis 1)

Die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung in der Tierproduktion trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Eine zentrale Rolle im Futtermittelhandel in Deutschland nimmt dabei der Konzern Agravis ein. Das Agravis-Werk in Fürstenwalde stellt eine Drehscheibe für den überregionalen Handel dar, mit eigenem Hafen sowie Gleisanschluss und Be- und Entladestationen für Lastwagen. Aktuell strebt Agravis eine Erweiterung der Anlage an, um die Kapazitäten noch weiter auszubauen. Mit einer Demonstation in Fürstenwalde machen wir auf die Problematiken von Futtermitteln aufmerksam. Wir fordern einen Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittel und Tierproduktion

Die globale Landwirtschaft ist für ein Fünftel bis ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zusätzlich hat die Landwirtschaft auch vielfältige Auswirkungen auf weitere planetare Grenzen wie z. B. die Landnutzung, die Biodiversität und den Stickstoffkreislauf. Diese Auswirkungen führen auch dazu, dass der Klimawandel dramatischer ausfällt und seine Folgen schwerer abzufedern sind.

Einen großen Anteil an diesen Folgen der Landwirtschaft hat die Tierproduktion – und dabei spielt die damit verbundene Futtermittelherstellung eine der Hauptrollen. Im Vergleich dazu trägt die Tierproduktion nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Erkauft wird die Produktion mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der immer weitgehenderen Erzeugung multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

Futtermittel als Teil des Problems

Futtermittel stellen eine zentrale Ursache dieser Probleme dar. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Weidehaltung zunehmend durch intensive Tierhaltung ersetzt. Es entstanden viele Großbetriebe, die eine große Anzahl an Tieren auf geringem Raum konzentrieren. In der Regel sind dort keine ausreichenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Erzeugung der dafür benötigten Futtermittel vorhanden, daher wird auch von „landloser Tierproduktion“ gesprochen.

Verschwendung aufgrund von Verfütterung

Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Vor diesem Hintergrund stellt Tierproduktion eine verschwenderische Nahrungsmittelproduktion dar.
Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.

Auch hinsichtlich des Wasserverbrauchs stellen Futtermittel eine krasse Verschwendung dar. Für die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden vor allem für Futtermittel durchschnittlich 16.500 Liter Wasser, für ein Kilogramm Schweinefleisch oder Käse 5.000 Liter verbraucht. Im Vergleich entfallen zum Beispiel auf ein Kilogramm Sojabohnen rund 2500 Liter Wasser und auf ein Kilogramm Kartoffeln 130 Liter.

Futtermittelimporte

Im Zuge der Globalisierung werden auch Futtermittel über immer weitere Strecken und in größeren Mengen gehandelt. Ein Großteil des in Europa verfütterten eiweißreichen Futtermittels stammt gegenwärtig aus Lateinamerika. Dort sind eine Vielzahl von Problemen mit der Produktion verbunden. Für die stetige Erweiterung der Anbauflächen werden oft große Flächen Regenwald gerodet – mit langfristigen negativen Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Landschaft. Gleichzeitig werden die Futtermittel oft in Monokulturen und unter zum Teil massivem Einsatz genmanipulierter Saaten und von Pestiziden angebaut. Viele vormals relativ nachhaltig wirtschaftende Kleinbäuer*innen werden durch die aggressive Expansion der Produzenten ihrer Lebensgrundlage beraubt, und die Arbeiter*innen beim Futtermittelanbau leiden in vielen Fällen unter prekären Bedingungen.

Des Weiteren entsteht dort, wo die importierten Futtermittel verfüttert werden, oft ein Überschuss an nährstoffreicher Gülle, was in einigen Gebieten zu einem übermäßigem Nährstoffeintrag (Eutrophierung) führt. In Folge dessen kommt es zu negativen Auswirkungen für die Biodiversität, die CO2-Aufnahmefähigkeit von Gewässern und auch für die menschliche Trinkwasserversorgung.

Fischmehl

Fischmehl, das heißt getrocknete und gemahlene Teile von Fischen, stellt eine weitere Form von Futtermittel dar, welches überwiegend in der Aquakultur sowie in der Schweine- und Hühnermast als Beimischung verwendet wird. Verklärend wird vonseiten der produzierenden Unternehmen oft behauptet, dass Fischmehl lediglich aus Beifang hergestellt werde. Doch gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich die Fischmehlproduktion zu einem neuen Zweig der Hochseefischerei entwickelt, so dass bestimmte Fischarten ausschließlich für die Produktion von Fischmehl gefangen werden. Die Produktion von Fischmehl ist damit eine zentrale Ursache für die Ausrottung einzelner Fischarten und die Überfischung einiger Meeresgegenden.

Ähnlich wie beim Import von Soja sind auch die Hauptlieferanten von Fischmehl lateinamerikanische Länder. Die Verarbeitung von Fischmehl hat dort katastrophale Folgen für Menschen und Umwelt. So wird regelmäßig publik, dass mit Chemikalien versetzte Abfälle aus Fischmehlfabriken ungefiltert ins Meer geleitet werden. Zusätzlich leiden Anwohner*innen an Haut- und Atemwegserkrankungen, da der bei der Verarbeitung entstehende Fischmehlstaub in den Fabriken verbrannt wird.

Fr. 13. & Sa. 14.10.2017: Podiumsdiskussion in Berlin und Demonstration in Fürstenwalde

Zunächst wollen wir am Freitagabend in Berlin im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema Tierproduktion und Futtermittelimporte mit Akteuren aus verschiedenen Gruppen ins Gespräch kommen.

Anschließend wollen wir am Samstag die globalen Auswirkungen des Futtermittelhandels an einem lokalen Akteur verdeutlichen: dem Konzern Agravis mit seinem Futtermittelwerk in Fürstenwalde. Gegenwärtig plant Agravis eine Erweiterung des Werks – die Kapazität soll auf 405.606 Tonnen Mischfutter pro Jahr steigen. Nach einer Kundgebung und Infoständen fordern wir mit einer Demonstration vom Stadtkern zum Futtermittelwerk den Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimgerechtigkeit erkämpfen!

Globale Klimagerechtigkeit setzt das Ende der Tierproduktion voraus – Klimawiderstand durch Aktionen gegen Tierproduktion! Kommt zur Podiumsdiskussion nach Berlin und zur Demonstration nach Fürstenwalde!

Animal Climate Action, 5.09.2017