Animal Climate Action

28. Januar 2018
von Karpfen
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Tote Eisbären – Aktion auf der Grünen Woche

Mit einer Aktion auf dem Gelände der Messe Berlin haben wir heute auf die problematischen Zusammenhänge zwischen Tierproduktion und Klimawandel aufmerksam gemacht. Mit Eisbärenmasken ausgestattet verteilten Aktivist*innen von Animal Climate Action vor dem Stand des Deutschen Bauernverbandes in der Halle des Entwicklungsministeriums bunte Zettel mit Informationen zum Klimawandel und den Auswirkungen der Tierproduktion und verlasen folgende Erklärung:

„Während vielen Berlinerinnen und Berliner traurig sind, dass das Eisbär-Baby im Berliner Tierpark gestorben ist, gehen 50 % des Eisbären-Nachwuchses im Arktischen Meer an den Folgen des menschengemachten Klimawandels zugrunde. Die Eisbären müssen aufgrund des Rückgangs des Arktischen Eises immer weitere Strecken zurücklegen, um Nahrung zu finden. Junge Eisbären sind noch nicht in der Lage, diese weiten Strecken zu schwimmen und ertrinken daher im Arktischen Meer.

Die Eisbären sind nicht die Einzigen, die dem Klimawandel zum Opfer fallen – weitere Tierarten sterben aus, Menschen verlieren durch Flut und Dürrekatastrophen ihre Heimat, ihre Lebensgrundlage oder ihr Leben. Davon sind vor allem Menschen im globalen Süden betroffen, während die Menschen im globalen Norden hauptverantwortlich für den Klimawandel sind. Die Erwärmung des Klimas wird nicht nur durch Emissionen der Industrie, Energiewirtschaft und des Verkehrs verursacht. Auch die Produktion von Fleisch und Milchprodukten tragen erheblich zum Klimawandel bei. Die Produktion tierischer Lebensmittel verursacht ein Vielfaches an klimaschädlichen Emissionen gegenüber pflanzlichen Lebensmitteln. Werden Sie aktiv für den Klimaschutz! Verzichten Sie auf tierische Lebensmittel! Engagieren Sie sich gegen Tierproduktion!

Tierproduktion stoppen! Klima retten! Für eine biovegane solidarische Landwirtschaft!“

Umstehende Menschen klatschten Beifall und lasen interessiert die Sprüche auf den Zetteln.

Anschließend starben die Eisbären symbolisch auf dem Messeboden.

Hochauflösende Fotos gibt es hier.

  

23. Januar 2018
von Krabbe
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Dinosaurier des Jahres

Aus der “großen” Politik: der NABU verlieh im Dezember 2017 den Preis “Dinosaurier des Jahres” an Joachim Rukwied, dem Chef(lobbyist) des deutschen Bauernverbandes. Ruckwied hat sich wiederholt gegen “nationale Alleingänge” im Klimaschutz gewandt und die geplanten windelweichen Klimaziele des Bundesumweltministeriums kritisiert.

http://www.klimaretter.info/protest/nachricht/24099-agrarlobbyist-bekommt-dinosaurier-des-jahres

https://www.nabu.de/news/2017/12/23707.html

http://www.raiffeisenmitte.de/home/news/news/datum/2016/07/22/rukwied-kritisiert-nationalen-alleingang-beim-klimaschutz/

9. Januar 2018
von Sperling
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Aktionen zur Grünen Woche 2018

Auch 2018 wieder findet die Grüne Woche in Berlin statt – die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, die tausende Besucher_innen von 19. – 28. Januar in ihre Hallen lockt. Doch hinter dem Ausflugsziel und Verkostungsparadies verbirgt sich menschliche Unterdrückung, Umweltzerstörung und Klimawandel, sowie Tierausbeutung, verursacht durch das kapitalistische (Landwirtschafts-)System.

Wir gehen mehrere Male direkt an den Ort der Beschönigung. Wir wollen die Messebesucher_innen auf die untragbaren Missstände der Agrarindustrie aufmerksam machen und unseren Protest gegen eine Landwirtschaft, welche Menschen, Tiere und Umwelt zu Waren macht, zum Ausdruck bringen. Unabhängig von konventionell oder bio, mit Tierschutzsiegel oder Nachhaltigkeitspreis ist dieses System gewaltvoll und ignorant gegenüber den Bedürfnissen aller Betroffenen. Während der Grünen Woche nimmt die Präsentation von Tierhaltung und -industrie einen bedeutenden Platz ein und bietet so Anknüpfungspunkte für Aufklärung über die grauenhafte weltweite Unterdrückung und Ausbeutung von Milliarden von fühlenden Individuen, die damit einhergehende nachhaltige Zerstörung des Weltklimas und den maßlosen Raubbau an unser aller Lebensraum.

Deshalb werden wir mithilfe von Videos, Transparenten, Infomaterialien und einer Bildergalerie zeigen, was auf der Grünen Woche verborgen bleibt. Mit echten Bildern und wahren Geschichten wollen wir den Alltag jedes einzelnen nichtmenschlichen Individuums und die fatalen Folgen der Tier- und Agrarindustrie allgemein für Umwelt und Klima sichtbar machen.

Für eine solidarische, gerechte, nachhaltige und gemeinsam selbstbestimmte Landwirtschaft!

Kommt vorbei!
Wir freuen uns auf euch!

Wann?

  • Fr, 26.01.2018, 15:30-17:30
  • So, 28.01.2018, 10:00-13:00

Wo?

Messe Berlin vor dem Haupteingang (Eingang Ost)

 

22. November 2017
von Sperling
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Filmaufnahme der Podiumsdiskussion “Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!”

Unsere Podiumsdiskussion am 13. Oktober 2017 unter dem Motto “Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!” kann man sich inzwischen als Filmaufnahme anschauen – besten Dank an den Ersteller!

Finden könnt ihr den Film hier:

 

Und hier findet ihr unseren Bericht zur Veranstaltung:

… In den gemütlichen Veranstaltungsraum des Cafés kamen etwa 30 Besucher*innen. Zunächst berichteten die Diskutant*innen davon, wie die Themen Futtermittelimporte sowie Tierproduktion und deren Auswirkungen auf das Klima in ihrer Arbeit eine Rolle spielen. …

(zum vollständigen Bericht)

7. November 2017
von Sperling
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Bericht: Demonstration gegen Deutschen Verband Tiernahrung in Bonn

Unter dem Motto „Tierproduktion und ihre Lobby bei der COP23 stoppen! DVT: hört auf, den Klimawandel anzuheizen!” demonstrierten heute 25 Aktivist*innen in Bonn. Zu der Demonstration aufgerufen hatte das bundesweite Netzwerk Animal Climate Action gemeinsam mit der niederländischen Aktivist*innen-Gruppe ASEED.

Um 10.30 Uhr startete die Aktion mit eine Auftaktkundgebung auf dem Bahnhofplatz in Bonn-Beuel. Vor der Zentrale des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) wurde lautstark und mit Schildern und Transparenten auf die Klimaauswirkungen der Tierproduktion aufmerksam gemacht – und auf den großen Anteil, den die Futtermittelindustrie daran hat. Außerdem wurde vor Ort ein erster Redebeitrag gehalten und Informationsmaterialien an Passant*innen verteilt.

Gegen 11.30 Uhr zog der Demonstrationszug über die Kennedybrücke in Richtung der Bonner Innenstadt, mit Schildern, Transparenten und Sprechchören wie „Landraub, Ausbeutung, Erosion – stoppt, stoppt die Tierproduktion“. Anschließend führte die Route durch die Rheinaue zum UN-Campus, wo die COP23 tagt. Dort hielt ASEED einen weiteren Redebeitrag über die unzulänglichen Klimaschutzpläne der Regierungen weltweit. Auch die Rolle der Unternehmen, die auf Kosten des Klimas, der Umwelt und der Tiere Profite einstreichen, wurde beleuchtet.

Während der Demonstration kamen auch einige interessante Gespräche zwischen Aktivist*innen und Teilnehmer*innen der COP, etwa aus Nigeria und Indien, zustande.

Der Schlussabschnitt führte die Aktivist*innen zum Wissenschaftszentrum, einen der Veranstaltungsorte des alternativen Klimagipfels People’s Climate Summit, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.

Die Teilnehmerin Nayla B. berichtet: “Wir erklären uns solidarisch mit den Aktionen von Ende Gelände am vergangenen Wochenende im Hambacher Braunkohlerevier. Wenn wir den Klimawandel wirklich eindämmen wollen, müssen wir dorthin gehen, wo er entsteht – und die Verantwortlichen mit Protest konfrontieren. Die deutsche Tierproduktionsindustrie gehört zu den größten der Welt, daher kommt den im DVT organisierten Unternehmen eine zentrale Rolle zu.”

Der Demo-Teilnehmer Bo M. sagte außerdem: “Nachdem die COP jetzt bereits in das 23. Jahr geht, stehen substanzielle Fortschritte weiterhin aus. Von der Konferenz kann man nicht erwarten, dass dort die Weichen zur Eindämmung des Klimawandels gestellt werden, insbesondere da bestehende Produktions- und Eigentumsverhältnisse nicht verhandelt werden. Die Lächerlichkeit der COP zeigt sich für mich symbolisch an den Werbesprüchen entlang der mit Stacheldraht gesicherten Außengrenzen des Geländes: ‘Say cheese’ etwa ist ein sarkastischer Gag angesichts der enormen Auswirkungen der Tier- und insbesondere Milchproduktion auf das Klima.”

ASEED und Animal Climate Action

2. November 2017
von Karpfen
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Podiumsdiskussion: Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!

Als Auftaktveranstaltung für unser Aktionswochenende luden wir zu einer Podiumsdiskussion am 13.10.17 in Berlin-Neukölln ein. Mit der Veranstaltung wollten wir mit verschiedenen Aktuer*innen ins Gespräch kommen, um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Insbesondere wollten wir Chancen und Hürden möglicher Bündnisse ausloten und Ideen entwickeln, wie gemeinsame Aktionen aussehen könnten.

Das Podium des Abends setzte sich zusammen aus fünf Aktivist*innen:
– Tina Lutz, Referentin für Tropenwald bei Robin Wood
– Tobias Reichert, bei Germanwatch tätig zu den Themen Agrarpolitik und Welthandel
– Jens-Martin Rode, von der Kampagne “Stoppt den Megastall!” des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg
– Friederike Schmitz, als Vertreterin von der Tierrechtsgruppe Tierfabriken-Widerstand
– Georg Kobiela, wissenschaftlicher Unterstützer bei AniCA
Moderiert wurde die Diskussion von AniCA. Einige Stimmen, die wir uns für das Podium sehr gewünscht hätten, hatten zu dem angesetzten Termin keine Zeit – so z. B. Vertreter*innen kleinbäuerlicher Initiativen

In den gemütlichen Veranstaltungsraum des Cafés kamen etwa 30 Besucher*innen. Zunächst berichteten die Diskutant*innen davon, wie die Themen Futtermittelimporte sowie Tierproduktion und deren Auswirkungen auf das Klima in ihrer Arbeit eine Rolle spielen.

Georg von AniCA verdeutlichte, welche großen Auswirkungen die Tierproduktion auf das Klima hat: dass Tierproduktion einen signifikanten Anteil am menschengemachten Klimawandel hat, nicht nur wegen des direkten Treibhausgasausstoßes, sondern sehr wesentlich auch durch die Schädigung anderer Planetare Grenzen und den damit verbundenen Verlust von Treibhausgassenken und systemischer Widerstandsfähigkeit; und dass Landnutzungsänderungen u. a. für den Anbau von Futtermitteln und für Weiden etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Emissionen ausmachen. Vor diesem Hintergrund berichtete Tobias von German Watch darüber, dass die Tierproduktion noch kaum die Rolle in der globalen Klimapolitik spielt, die ihr eigentlich zukommen müsste.

Jens-Martin schilderte seine Erfahrungen mit direktem Kontakt mit Bürger*innen an Orten, an denen neue Massentierhaltungsanlagen geplant sind. Er führte aus, dass Menschen mit Aktionen an ihrem bisherigen Standpunkt abgeholt werden müssen, und dass in seiner Arbeit damit durchaus Erfolge möglich sind. Auch Tina von Robin Wood ging ein auf die Schwierigkeit, dass auf der einen Seite ein dringender und umfänglicher Handlungsbedarf besteht, auf der anderen Seite aber die Frage der Anschlussfähigkeit immer mit gedacht werden muss.

Demgegenüber stellte Friederike von Tierfabriken-Widerstand dar, wie wichtig es ist, auch weitreichende Forderungen stellen zu können, ohne die Anschlussfähigkeit an andere Akteure zu verlieren. So muss die Forderung nach einer kompletten Abschaffung der Tierproduktion angebracht sein, auch wenn klar ist, dass ein langer Weg dahin führt. Es ist schade, wenn aus vermeintlichem Realismus teilweise sehr schwache Forderungen gestellt werden, die einen wirklichen Fortschritt zum Teil sogar gefährden können.

In die Selbe Richtung ging eine Stellungnahme aus dem Publikum gegen Ende der Veranstaltung: eine Aktivistin, die sich selbst im Braunkohlewiderstand verortet, schilderte die von der ganzen Bewegung getragene, selbstverständliche Forderungen nach einem vollständigen Ausstieg aus der Kohlekraft. Sie stellte die offene Frage in den Raum, warum ähnlich weitreichende Forderungen in Bezug auf die Tierproduktion einem allgemeinen Tabu zu unterliegen scheinen.

Ein weiterer Punkt, der in mehreren Beiträgen aus dem Publikum heraus eingebracht wurde, waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Zwänge, denen insbesondere mittelständische Bäuer*innen unterliegen. Von dort aus wurde der Bogen geschlagen zur Diskussion um eine Neuausrichtung der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung als Vorbedingung für Klimaschutz und Abkehr von der Tierproduktion.

Abschließend zeigte die Diskussion, dass die Relevanz der Tierproduktion und von Futtermittelimporten auf das Klima zwar bereits bei vielen Akteur*innen der Bewegung angekommen ist und auch schon gemeinsame Aktionen stattfanden, unterschiedliche Stand- und Schwerpunkte jedoch eine weitergehende kontinuierliche gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema erfordern.

1. November 2017
von Karpfen
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7. November 2017: Kundgebung und Demonstration in Bonn

10.00 Uhr vor dem Sitz des Deutschen Verbandes für Tiernahrung e.V. (DVT) (Beueler Bahnhofsplatz Nr. 18, Bonn-Beuel)

Regierungsvertreter*innen aus fast allen Ländern der Welt kommen in Bonn zusammen, um darüber beraten, wie sie den Klimawandel eindämmen wollen. Gleichzeitig befinden sich in unmittelbarer Nähe konkrete Akteure, die auf Kosten des Klimas Profite erwirtschaften und viel dafür tun, dass das auch so bleibt.

Mit einer Kundgebung vor dem Sitz und Büro des DVT wollen wir einen dieser Akteure markieren und ihn mit unseren Protest konfrontieren. Anschließend wollen wir in Form einer Demonstration auf die fatalen Auswirkungen des Anbaus von Futtermitteln aufmerksam machen und gemeinsam zu der Veranstaltung “Der Kampf um Rechte für Migrant*innen im Kontext der Klimakrise” des People‘s Climate Summits im Wissenschaftszentrum laufen.

Die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung in der Tierproduktion trägt maßgeblich zum Klimawandel bei.
Der DVT ist mit seinen 280 Mitgliedsunternehmen, die rund 80 % des Futtermittelmarktes in Deutschland repräsentieren, die größte Interessenvertretung der Futtermittelbranche in Deutschland. Zu seinen Mitgliedern gehören Unternehmensgrößen wie mehrere Tochterunternehmen von Agravis, BASF, Habema und MEGA Tierernährung (ein Tochterunternehmen der PHW-Gruppe, Marke Wiesenhof), sowie internationel Unternehmen wie Cargill (USA), ForFarmers (Niederlande) und Provimi (ursprünglich Niederlande, inzwischen ein Teil von Cargill).

Auf ihrer Webseite beschreiben sie ihre Aufgaben wie folgt:
„[…] wir [beraten und unterstützen] die Mitglieder in fachlichen Fragen. Als Mittler zwischen der Futterwirtschaft und der Land- und Ernährungswirtschaft, der Politik, den Medien sowie anderen Wirtschaftszweigen, den Behörden und der Wissenschaft sowie der Öffentlichkeit ist der Deutsche Verband Tiernahrung die zentrale Schnittstelle in Sachen Futtermittel.“

Da sie die Interessen eines Wirtschaftsbereichs vertreten, in dem viel Geld mit der Zerstörung der Natur und des Klimas gemacht wird, haben sie selbstredend kein Interesse daran, dass der Klimawandel ernsthaft aufgehalten wird.
Unter der Rubrik „Futterfragen“ weichen sie der Frage des Klimaschutzes mehr oder weniger geschickt aus. So versprechen sie lediglich sehr unkonkrete Verbesserungen wie eine effizientere Zusammensetzung des Futters, so dass „weniger Futter für mehr Leistung“ benötigt wird, die Forschung von Futter, welches den Methanausstoß verringern soll, und Energieeinsparung bei der Futtermittelherstellung. Andere Missstände wie mangelhafte Arbeitsbedingungen und die Vertreibung von Bäuer*innen, Regenwaldrodungen, Artensterben und Überfischung der Meere werden erst gar nicht erwähnt.
Der DVT ist ein wichtiger Akteur, um das Bestehen und die Expansion der Tierfutterindustrie zu sichern und die dafür erforderlichen Bedingungen politisch durchzusetzen. Wirksame Klimaschutzpläne stehen ihren Interessen dabei entgegen.

Futtermittel und Tierproduktion

Die globale Landwirtschaft ist für ein Fünftel bis ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zusätzlich hat die Landwirtschaft auch vielfältige Auswirkungen auf weitere planetare Grenzen wie z. B. die Landnutzung, die Biodiversität und den Stickstoffkreislauf. Diese Auswirkungen führen auch dazu, dass der Klimawandel dramatischer ausfällt und seine Folgen schwerer abzufedern sind.

Einen großen Anteil an diesen Folgen der Landwirtschaft hat die Tierproduktion – und dabei spielt die damit verbundene Futtermittelherstellung eine der Hauptrollen. Im Vergleich dazu trägt die Tierproduktion nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Erkauft wird die Produktion mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der immer weitgehenderen Erzeugung multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

Futtermittel als Teil des Problems

Futtermittel stellen eine zentrale Ursache dieser Probleme dar. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Weidehaltung zunehmend durch intensive Tierhaltung ersetzt. Es entstanden viele Großbetriebe, die eine große Anzahl an Tieren auf geringem Raum konzentrieren. In der Regel sind dort keine ausreichenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Erzeugung der dafür benötigten Futtermittel vorhanden, daher wird auch von „landloser Tierproduktion“ gesprochen.

Verschwendung aufgrund von Verfütterung

Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Vor diesem Hintergrund stellt Tierproduktion eine verschwenderische Nahrungsmittelproduktion dar.

Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.

Auch hinsichtlich des Wasserverbrauchs stellen Futtermittel eine krasse Verschwendung dar. Für die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden vor allem für Futtermittel durchschnittlich 16.500 Liter Wasser, für ein Kilogramm Schweinefleisch oder Käse 5.000 Liter verbraucht. Im Vergleich entfallen zum Beispiel auf ein Kilogramm Sojabohnen rund 2500 Liter Wasser und auf ein Kilogramm Kartoffeln 130 Liter.

Futtermittelimporte

Im Zuge der Globalisierung werden auch Futtermittel über immer weitere Strecken und in größeren Mengen gehandelt. Ein Großteil des in Europa verfütterten eiweißreichen Futtermittels stammt gegenwärtig aus Lateinamerika. Dort sind eine Vielzahl von Problemen mit der Produktion verbunden. Für die stetige Erweiterung der Anbauflächen werden oft große Flächen Regenwald gerodet – mit langfristigen negativen Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Landschaft. Gleichzeitig werden die Futtermittel oft in Monokulturen und unter zum Teil massivem Einsatz genmanipulierter Saaten und von Pestiziden angebaut. Viele vormals relativ nachhaltig wirtschaftende Kleinbäuer*innen werden durch die aggressive Expansion der Produzenten ihrer Lebensgrundlage beraubt, und die Arbeiter*innen beim Futtermittelanbau leiden in vielen Fällen unter prekären Bedingungen.

Des Weiteren entsteht dort, wo die importierten Futtermittel verfüttert werden, oft ein Überschuss an nährstoffreicher Gülle, was in einigen Gebieten zu einem übermäßigem Nährstoffeintrag (Eutrophierung) führt. In Folge dessen kommt es zu negativen Auswirkungen für die Biodiversität, die CO2-Aufnahmefähigkeit von Gewässern und auch für die menschliche Trinkwasserversorgung.
Um ihrer negativen öffentlichen Wahrnehmung etwas entgegenzusetzen, ließ sich die Futtermittelindustrie einige Label einfallen, wie etwa „GMP+“, „Runder Tisch für verantwortliches Soja“ oder „Globaler runder Tisch für nachhaltiges Rindfleisch“. All diese Initiativen bewirken bestenfalls marginale Verbesserungen, während sie den Unternehmen hauptsächlich dazu dienen, ihre inhärent schädlichen Aktivitäten schönzureden und das Geschäftsmodell der Industrie zu sichern.

Fischmehl

Fischmehl, das heißt getrocknete und gemahlene Teile von Fischen, stellt eine weitere Form von Futtermittel dar, welches überwiegend in der Aquakultur sowie in der Schweine- und Hühnermast als Beimischung verwendet wird. Verklärend wird vonseiten der produzierenden Unternehmen oft behauptet, dass Fischmehl lediglich aus Beifang hergestellt werde. Doch gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich die Fischmehlproduktion zu einem neuen Zweig der Hochseefischerei entwickelt, so dass bestimmte Fischarten ausschließlich für die Produktion von Fischmehl gefangen werden. Die Produktion von Fischmehl ist damit eine zentrale Ursache für die Ausrottung einzelner Fischarten und die Überfischung einiger Meeresgegenden.

Ähnlich wie beim Import von Soja sind auch die Hauptlieferanten von Fischmehl lateinamerikanische Länder. Die Verarbeitung von Fischmehl hat dort katastrophale Folgen für Menschen und Umwelt. So wird regelmäßig publik, dass mit Chemikalien versetzte Abfälle aus Fischmehlfabriken ungefiltert ins Meer geleitet werden. Zusätzlich leiden Anwohner*innen an Haut- und Atemwegserkrankungen, da der bei der Verarbeitung entstehende Fischmehlstaub in den Fabriken verbrannt wird.

ASEED, Animal Climate Action and Friends

27. Oktober 2017
von Karpfen
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Ein „grotesker“ Prozess? Wälder nicht verwursten!

Solidarische Grüße an die beiden angeklagten Umweltaktivisten!

Via Robin Wood

Es war ein turbulenter Prozesstag. Nachdem Zeugen bestätigten, dass nach ihrem Wissen keine Sachbeschädigung vorliegt, konstatierte der Richter abschließend: „Vor diesem Hintergrund mutet es [das Verfahren, Anm. der Autorin]… ich will nicht sagen grotesk, aber merkwürdig an. […] Wenn ich den Stand heute nehme ist dieses Verfahren, ich will nicht sagen überflüssig, aber es ist nahe dran“.

Trotzdem wurde der Prozess letztendlich nicht eingestellt und ein weiterer Verhandlungstag für den 14.11. um 14:00 angesetzt.

Worum ging es bei dem heutigen Prozess eigentlich? Weiterlesen →

24. Oktober 2017
von Karpfen
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Aktionen anlässlich des Klimagipfels in Bonn

Vom 6. bis 17. November findet in Bonn die Weltklimakonferenz statt.

Viele NGOs und Graswurzelgruppen nehmen das zum Anlass um auf die Straße und in die Kohlegruben zu gehen.

Am Samstag den 4. November findet eine Großdemonstration mit dem Motto “Klima schützen! Kohle stoppen!” in der Innenstadt von Bonn statt.

Mehr dazu findet ihr hier

Am 5. November wird es spannend bei Ende Gelände …

Mehr dazu findet ihr hier

Von Freund*innen wurden wir gefragt ob wir nicht auch eine gemeinsame Aktionen machen wollen. Kurzentschlossen planen wir für den 7. November Protest vor der größten Interessensvertretung der Futtermittelbranche in Deutschland – DVT Deutscher Verband Tiernahrung e.V. in Bonn. Weitere Infos werden folgen …

Am Samstag den 11. November gibt es eine weitere Großdemonstration mit dem Motto “Schluss mit dem faulen Zauber – Wir treiben die bösen Geister des Klimawandels aus” in Bonn.

Mehr Infos findet ihr hier